Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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Die  vorerwähnte  Höhle  wurde  in  einem  sehr  weichen,  gelben  Kalkmergel
angetroffen,  in  welchem  man  in  9  achtstündigen  Schichten  etwa  30  Fuß  tief
bohrte.  Die  Höhle  ergab  eine  Quelle  von  außerordentlicher  Stärke.  Diese
Quelle  wurde  den  weiteren  Bohrarbeiten  zum  Verhängnis.  Der  Sohlgestein
der  Hohle  wurde  von  dem  Quellwasser  unterwühlt,  sodaß  dieser  in  großen
Bänken  in  das  Bohrloch  gerissen  wurde.  Durch  das  herabstürzende  Gestein
wurden  vielfach  die  Bohrstangen  herausgeschlagen;  man  ging  noch  unter  großen
Schwierigkeiten  etwa  100  Fuß  weiter  bis  zu  einer  Tiefe  von  587  Fuß,  wo
man  infolge  eines  eingetretenen  Bruches  die  Arbeiten  als  ergebnislos  einstellen
mußte.  Im  Oktober  1822  unternahm  man  einen  zweiten  Bohrversuch.  Das
Bohrloch  wurde  zwischen  Schwenningen  und  Dürrheim,  eine  halbe  Stunde  von
beiden  entfernt,  in  der  Nähe  der  Torfmoore  Schwenningens  angesetzt.  Der
Ansatzpunkt  lag  2486  Fuß  über  dem  Meeresspiegel.  Das  Bohrloch,  welches
erfolgreich  war,  führte  auf  der  Saline  Wilhelmshall  bei  Schwenningen  die  Bezeichnung ­
  Nr.  2.  Es  dürfte  von  Interesse  sein,  die  geologischen  Verhältnisse
dieses  Bohrloches  kennen  zu  lernen.  Es  wurden  bei  der  Bohrung  nachstehende
Gebirgsarten  angetroffen:

Gebirgsart.
Gips  und  Buntmergel

Mächtigkeit  in  Fuß.
120

Bei  101  Fuß  eine  5  Fuß  mächtige  Kalksteinlage.
Bei  108  „  Lettenkohle.
Poröser  Kalk  st  ein
Unterste  Lagen  spärlich  von  Tonflözen  durchzogen.
Kalkstein  von  Friedrichshall
Bei  225  Fuß  Tiefe  eine  Kluft,  die  das  Bohrloch  von  Wassern

Gelber  Kalkmergel
Bei  319  Fuß  in  festen  Kalkstein  übergehend.
Bei  356  „  mit  etwas  Gips.
Bei  367  „  mit  blauem  Mergelschrefer.
Bei  378  „  mit  Quarznestern.
Bei  335  „  mit  viel  Gips  und  Schwefelkies.
Bei  386  „  reine  Gipslagen  mit  gelbem  Mergel  und  bituminösem ­
  Ton.
Bei  391  Fuß  reiner  Gips  mit  Mergel  und  Stinkkalk.
Bei  410  „  eine  2  Zoll  mächtige  Hornsteinlage.
Stinkkalk  abwechselnd  mit  Gips  und  festem  gelbem ­
  K  a  l  k  st  e  i  n
Bei  422  Fuß  mit  Ton.
Bituminöser  Ton  und  Gips
Etwas  salzhaltig,  mit  dünnen  Stinkkalklagen.
Gips  mit  dünnen  Stinkkalklagen
Bei  509  Fuß  eine  starke  Quelle  angebohrt.
Bei  533  „  mit  blauem  Anhydrit.
Salzton  Und  Gips
Ersterer  vorherrschend.  Bald  mehr,  bald  weniger  salzhaltig.

7  Zoll

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Nach  diesem  günstigen  Ergebnis  brachte  man  ein  drittes  Bohrloch  nieder,
welches  um  1260  Fuß  näher  an  Dürrheim  gerückt  wurde.  Hier  traf  nian  das
Steinsalz  in  einer  Tiefe  von  530  Fuß  an  und  zwar  in  ausgezeichneter  Reinheit. ­
  Man  ging  noch  50  Fuß  tiefer,  ohne  das  Lager  durchsuuken  zu  haben.
Das  Bohrloch  Nr.  4,  welches  sich  in  der  Nähe  von  Nr-  3  befand,  mußte  nach
            
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