Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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bayern  und  auf  14  000  Ztr.  für  das  Inland  festgesetzt  worden,  außerdem  sollten
3  500  Ztr.  Viehsalz  und  3  500  Simri  Hallbözig  produziert  werden.  Die  für
Rheinbayern  bestimmte  Salzmenge  wurde  ans  Grund  eines  Tauschvertrags,  der
an  anderer  Stelle  erläutert  wird,  zum  Austausch  an  Bayern  geliefert.  Letzteres
wieder  lieferte  dieselbe  Salzmenge  an  Württemberg,  wobei  hauptsächlich  der
Salzbedarf  des  Württembergischen  Donau-Kreises  gedeckt  wurde.  Man  ersparte
sich  hierdurch  gegenseitig  sehr  erhebliche  Frachtkosten.  Dieser  Salzaustausch  seitens ­
  Bayern  war  dahin  geregelt,  daß  rund  27  000  Ztr.  Kochsalz  von  dem  Kgl.  Bahr.
Salzamt  Memmingen  an  die  Württembergischen  Salz-Faktorien  Altdors,  Biberach,
Friedrichshafen,  Leutkirch,  Ochsenhausen,  Riedlingen,  Saulgau,  Waldsee  und
Wangen  jährlich  geliefert  wurden.  Aehnlich  brachte  die  Kgl.  Bahr.  Salz-Faktorie
Günzbnrg  an  die  Württembergischen  Salz-Faktorien  Blaubeuren,  Ehingen,  Giengen,
Laupheim,  Münsingen  und  Ulm  rund  15  000  Ztr.  Kochsalz  jährlich  zur  Ablieferung. ­
  Die  Anfuhr  des  Salzes  erfolgte  auf  Wagen  kostenfrei  von  Menimingen
und  Günzburg;  umgekehrt  entledigte  sich  Württemberg  seiner  Aufgabe  durch
Verschiffung  des  Salzes  in  Friedrichshall').  Irgendwelche  staatliche  Abgaben,
wie  Zoll  usw.,  kamen  bei  den  beiderseitigen  Lieferungen  nicht  in  Frage.  Ueber
diesen  Salzaustausch  Württembergs  und  Bayerns  haben  wir  an  anderer  Stelle
eingehend  gesprochen.
Anschließend  hieran  wollen  wir  die  chemische  Zusaminensetzung  der  Sole
von  Friedrichshall  mitteilen,  wobei  wir  den  Untersuchungen  Fehlings  folgen.  Es
enthielten  hiernach  100  Teile  Sole 1  2 ):
Chlornatrium  25,5625  mit  15,5037  Chlor
Chlormagnium  0,0059  „  0,0043  „
Schwefelsauren  Kalk  0,4374  „  0,2573  Schwefelsäure
Schwefelsaure  Bittererde  0,0221  „  0,0147  „
Kohlensauren  Kalk  0,0100
Salze  26,0879
Wasser  73,9621
>00,0000
Die  Sole  zeigt  im  Geschmack  den  Charakter  einer  reinen  Salzlösung.  Was  .
die  chemische  Zusammensetzung  des  Kochsalzes  von  Friedrichshall  betrifft,  so  ergab ­
  sich  hier  folgendes  Bild.  Es  enthielten  100  Teile  Salz:
Chlornatrium  97,482
Schwefelsauren  Kalk  0,695  mit  0,409  Schwefelsäure
Kohlensauren  Kalk  0,003
Schwefelsaures  Natron  0,030  mit  0,0172  Schwefelsäure
Wasser  '  1,790
100,000
Die  Farbe  des  Salzes  ist  schon  weiß  und  löst  sich  dasselbe  im  Wasser
klar  auf.
Im  Jahre  1855  zeigten  die  Betriebsverhältnisse  auf  der  Saline  Friedrichshall ­
  folgenden  Stand.  Von  den  vorhandenen  Bohrlöchern  standen  Nr.  4  und
Nr.  8  im  Betrieb,  wobei  Wasser  als  Betriebskraft  benutzt  wurde.  Ein  drittes
Bohrloch  hielt  man  in  Reserve.  Die  Sole,  welche  einen  Gehalt  von  27  %  aufwies, ­
  wurde  in  drei  großen  Behältern  gesammelt,  die  zusammen  90  000  Kubik-1)

  Verhandlungen  d.  württ.  Kammer  d.  Abg.  Jahr  1830.  III.  außerord.  Beil.-Heft.
  S.  15.
2)  Fehling.  Chemische  Untersuchung  der  Solen  auf  den  kgl.  württ.  Salinen
Stuttgart  1847.  Seite  28  und  31.
            
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