Epidermin 109 Erdwachs
Epidermin nennt man eine Brandsalbe aus I
Vaseline und Lanolin mit Fluorpseudokumol und
Difluordiphenyl. Den gleichen Namen führt auch
eine dünnflüssige Salbengrundlage aus Wasser,
Wachs, Glyzerin und Gummiarabikum.
Epikarin, ein ausgezeichnetes Mittel gegen
Hautkrankheiten und Parasiten von der Zu
sammensetzung der Oxynaphtolorthooxytoluyl-
säure, wird von der Elberfelder Farbenfabrik
in Form eines gelblichen, in Wasser schwer, in
Alkohol und Äther leicht löslichen Pulvers in den
Handel gebracht. Es hat den Vorzug, für größere
Tiere völlig unschädlich zu sein.
Erbsen (frz, Pois, engl. Peas), die wichtigste
Gattung der Hülsenfrüchte, sind die reifen Sa
rnen der Saaterbse (Pisum sativum) und
ihrer zahlreichen Spielarten. Sie werden in
Deutschland, Holland, Dänemark, Ungarn und
England vielfach angebaut und bilden einen
"wichtigen Handelsartikel. Als besondere Han
delssorten sind die schmackhafte Ariche-E. aus
den Mittelmeerländern und die graue E. (Pi
sum quadratum), auch Kapuziner'-E. ge
nannt, anzuführen. Die E., die je nach der Güte
meist in Koch- und Futterware unterschieden
werden, bilden das wertvollste stickstoffhaltige
Nahrungsmittel des Pflanzenreichs. Ihr Gehalt
an Stickstoffsubstanz schwankt zwischen 18 und
29%, und nur der hohe Gehalt an Holzfaser
steht der vollen Ausnutzung der Nährstoffe im
Wege. Zur Erhöhung der Verdaulichkeit werden
sie daher meist von der Schale befreit und als
geschälte Erbsen oder auch als Erbsmehl in
den Verkehr gebracht. Leider hat sich in letzter
Zeit der Mißbrauch eingebürgert, die Erbsen zur
Erzielung eines schöneren Aussehens mit Speck
steinpulver zu polieren und mit Teerfarben künst
lich zu färben. — Die unreifen Samen werden
m getrocknetem Zustande als Astrachaner E,
pder Russische Schoten (s. Dörrgemüse) oder
m Büchsen eingekocht (s. Gemüsekonserven) in
den Handel gebracht.
Erbswurst, ein Verproviantierungsmittel für
Heer und Marine, welches besonders in dem
Kriege von 1870 berühmt wurde, besteht aus
einer Mischung von Erbsenmehl, Rindsfett, Speck,
Salz, Pfeffer und Zwiebeln, die in künstliche
Därme aus Pergamentpapier gefüllt wird und
beim Kochen mit Wasser sofort eine gebrauchs
fertige Suppe liefert.
Erde, gelbe, durch einen Gehalt von Eisen
oxydhydrat gelb gefärbter Ton, dient als geringe
Anstrichfarbe und wird aus Sachsen, Böhmen,
Bayern usw. bezogen.
Erde, grüne (Veroneser E„ Steingrün,
Veronesergrün, Seladonit), ein Verwitte
rungsprodukt des Augits, we'ches seine Farbe
dem kieselsauren Eisenoxydulhydrat zu verdanken
Sc heint, kommt roh und geschlämmt in lauch-
and olivengrünen Stücken in den Handel und ist
etne giftfreie Wasser-, Öl- und Kalkfarbe. Als
beste Sorte gilt die spangrüne E. aus der Gegend
von Verona, während die in Tirol, Böhmen,
Sachsen usw. vorkommende gewöhnlich matter
Von Farbe erscheint. Grüne Erde ist neuerdings
durch die viel feurigeren Kalkgrüne ziemlich
^drängt worden.
. Erdmandeln nennt man eßbare Gebilde einer
111 Südeuropa und Nordafrika wild wachsenden
und in ziemlicher Ausdehnung im Süden, auch
Deutschlands, angebauten Art von Riedgras,
Cyperus esculentus. Die ausdauernde fuß
hohe Pflanze treibt Wurzelausläufer, an deren
Enden sich gegen 30 mehlige Knollen von
Haselnußgröße entwickeln, die süß und nußartig
schmecken und gekocht und gebraten wie auch
roh gegessen werden können. Die Knollen ent
halten neben Stärke gegen 16% eines goldgelben
wohlschmeckenden Öls und kommen teils als
Ölfrucht, teils geröstet und gemahlen als Erd
mandelkaffce in den Handel,
Erdnüsse (Erdeicheln, Erdpistazien,
Madrasnüsse, Mandobi, Arachisnüsse,
Aschantinüsse, lat. Nuces arachidis, frz. Noix
de terre, engl. Earth nuts) nennt man die Samen
kerne der zu den Hülsenfrüchtlern gehörigen
Arachis hypogaea, die, in Brasilien oder
Peru heimisch, in den meisten wärmeren Ländern
und jetzt auch im südlichen Europa vielfach an
gebaut wird. Die Pflanze entwickelt aus ihren
gelben Blüten 21/2—3 cm lange, walzenförmige
Schoten, die an langen Stielen hängen und die
Eigentümlichkeit haben, in der Erde auszureifen,
indem sich die Blütenstiele gleich nach dem
Verblühen in die Erde senken. Die Hülse ent
hält ein oder zwei ölreiche, bohnenartig schmek-
kende Samenkörner, die geröstet oder sonst zu
bereitet als Speise dienen. Die E. enthalten
neben erheblichen Mengen (bis zu 40%) Eiweiß
40—so°/o eines fetten Öles, des Erdnuß-,
Arachis- oder Arachidöls (lat. Oleum ara
chidis, frz. Huile d’arachide, engl. Earth nuts oil),
das in ständig wachsender Menge eingeführt wird.
Das zuerst bei kalter Pressung ablaufende Öl
findet als Speiseöl Anwendung, die bei höherer
Temperatur erhaltenen Mengen dienen zur Her
stellung von Seife. Das E. wurde früher meist
zum Verfälschen von Olivenöl benutzt, kommt
aber neuerdings aus unseren Kolonien auch
unter seinem eigenen Namen als „Deutsches
Erdnußöl“ in den Handel. Es unterscheidet
sich von den bekannteren Ölen durch seinen
hohen Gehalt an Arachinsäure, welcher seinen
chemischen Nachweis ermöglicht.
Erdrauch (lat. Herba fumariae, frz. Fumeterre,
engl. Fumitory). Dieses einjährige, graugrüne,
zart verästelte, im frischen Zustande stark und
widrig riechende, nach dem Trocknen geruch
lose, aber salzig schmeckende Unkraut, Fuma-
ria officinalis, hatte früher, im blühenden
Zustande gesammelt, sowohl frisch als trocken,
eine gewise pharmazeutische Bedeutung. Es ent
hält neben einer besonderen Säure, der Fumar
säure, das Alkaloid Fumarin und dient in fri
schem Zustande zur Bereitung von Kräutersäften.
Erdwachs (Ozokerit, Belmontin, lat. Gera
mineralis, frz. Cörösine, engl. Mineral wax) nennt
man fossile wachs- und harzartige Massen, die
in einzelnen Klumpen in Torf- oder Braunkohlen
lagern, stellenweise auch tiefer in der Erde auf
Klüften in der Nähe von Steinkohlenlagern und
in Petroleum führenden Erd- und Gesteinschich
ten auftreten. In größerer Menge findet sich E.
hauptsächlich in den galizischen Petroleumdistrik
ten am Nordabhange der Karpathen, in Rumä
nien, bei Baku am Kaspischen Meere und in
Nordamerika. In Galizien, wo der Stoff eine
wichtige Handelsware bildet, kommt er in zent-