Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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auszeichnete,  hatte  in  der  Zeit  von  1824  bis  1875  eine  Gesamtförderung  von
11  Millionen  Ztr.  zu  verzeichnen.  Noch  im  Jahre  1879/80  betrug  die  Förderung ­
  bei  52  Mann  Belegschaft  252  309  Ztr.,  von  dem  genannten  Jahr  ab
trat  jedoch  ein  ständiger  Rückgang  im  Betrieb  ein,  sodaß  1895  nur  noch  15
Arbeiter  tätig  waren.  Noch  einmal  stieg  der  Betrieb  1896  infolge  einer  Wasserkatastrophe ­
  auf  dem  Kgl.  Bergwerk  Friedrichshall  zu  größrer  Höhe,  da  das
Bergwerk  „Wilhelmsglück"  die  Salzlieferungen  von  Friedrichshall  übernehmen
mußte.  Als  jedoch  im  Jahre  1900  die  Betriebserösfnung  des  zu  Friedrichshall-Kochendorf
  neu  angelegten  Schachtes  erfolgte,  wurde  das  Kgl.  Salzbergwerk
„Wilhelmsglück"  gänzlich  stillgelegt.  Diese  Stillegung  mußte  im  Interesse  einer
zu  befürchtenden  Ueberproduktion  erfolgen.  Unter  der  Bevölkerung  des  benachbarten ­
  Hall  rief  die  Stillegung  des  Bergwerkes  lebhaftes  Bedauern  hervor.
16.  Kapitel.
Das  „Sal;rvrrk  Heilbrsnn"  Klktirngrfrllschaft.
Innerhalb  Württembergs  Salzbergbau  nimmt  das  „Salzwerk  Heilbronn" ­
  eine  hervorragende  Stellung  ein.  Für  die  Stadt  Heilbronn  selbst  ist
infolge  einer  Beteiligung  am  Gewinn  dieses  bergbaulichen  Unternehmens  das
„Salzwerk  Heilbronn"  zu  einem  beachtenswerten  Wirtschaftsfaktor  geworden;
ist  dieses  Salzbergwerk  doch  weitaus  der  höchste  und  größte  Steuerzahler  der
Stadt  *).  .  Wir  kommen  auf  die  bestehenden  Vertragsverhältnisse  zwischen  der
Stadt  Heilbronn  und  der  Aktiengesellschaft  „Salzwerk  Heilbronn"  noch  weiter ­
  unten  zu  sprechen.  Hervorzuheben  ist  noch,  daß  in  der  Württembergischen
Salzindustrie  das  „Salzwerk  Heilbronn"  das  einzige  private  Unternehmen
dieser  Art  neben  den  fünf  staatlichen  Werken  gleicher  Art  darstellt.  Die  Privatindustrie ­
  dürfte  hier  in  der  Zukunft  zu  keiner  weiteren  Entwicklung  gelangen,
da  das  letzte  Württembergische  Berggesetz  vom  Jahre  1906  für  die  mineralischen
Bodenschätze  des  Landes  dem  Staat  ein  Monopol  verlieh.  Anderseits  besteht
zwischen  dem  privaten  Salzbergwerk  Heilbronu  und  dem  nahen  staatlichen  Salzbergwerk ­
  Friedrichshall  ein  freundschaftlich-nachbarliches  Verhältnis,  das  im  Interesse ­
  der  industriellen  Entwicklung  des  Landes  nur  als  ein  erwünschtes  bezeichnet
werden  kann.  Entstehung  und  Gründung  des  „Salzwerks  Heilbronn"  bildet
ein  überaus  interessantes  Kapitel  moderner  Wirtschaftsgeschichte,  und  dürfte  es
angezeigt  sein,  die  näheren  Umstände  dieser  Gründung  hier  etwas  eingehend  zu
skizzieren.  In  der  Geschichte  des  „Salzwerks  Heilbronn"  tritt  der  Name  eines
Mannes,  Theodor  Lichteuberger  scharf  in  den  Vordergrund;  mit  dem  Scharfblick ­
  eines  modernen  industriellen  Pfadfinders  hat  Lichteuberger  Wege  und
Bahnen  gezeigt  und  gesunden,  die  zu  segensreichen  wirtschaftlichen  Erfolgen  im
Rahmen  des  nationalen  Wohlstandes  seines  engeren  Vaterlandes  führen  sollten.
Aus  einem  wirtschaftlichen  Dunkel,  aufgebaut  auf  fast  spekulativer  Grundlage
und  dennoch  wieder  getragen  von  starker  Wahrscheinlichkeitsrechnung,  so  entstand
jene  großartige  industrielle  Schöpfung,  die  den  Namen  Theodor  Lichtenbergers
in  der  Geschichte  württembergischer  Industrie  stets  zu  einem  der  klangvollsten
machen  wird.
1)  Dr.  Ernst  Jaeckh,  Die  Geschichte  des  Salzwerks  Heilbronn  A.G.  Jahr  1908,
S.  5  f.

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