Mann ladet einer den Wagen, der zweite hält die Berge aus, während der
dritte den Wagen zum Füllort schafft.
Wir kommen nun zur Schachtanlage und bemerkten eingangs schon, daß
der Schacht eine Haupt- und Hilfsförderung auszuweisen hat. Nach dieser Sach
lage zeigt der Schachtquerschnitt aus Holz hergestellte, in der Schachtmauer ver
lagerte Einstriche von zwei großen und zwei kleinen Fördertrummen und zwar
der Einteilung nach einen Fahr-, einen Signal- und einen Wettertrumm. An
den Einstrichen brachte man gleichzeitig Leitlatten an, die zur Führung der
Förderkörbe dienen. In der Hauptförderung ist jeder Förderkorb nist zwei
Wagen versehen. Die aus Eisen hergestellten Förderkörbe besitzen eine Breite
von 1560 mm und eine Tiefe von 1360 mm bei einem Gesamtgewicht von
1600 kg. Als Förderseile hat man Rundseile aus Tiegelgußstahldraht von
33 mm Durchmesser gewählt. Unter jeder Seilscheibe befindet sich ein Fangtopf.
Die Hauptfördermaschine ist eine liegende Zwillingsmaschine mit Ventilkonus-
steuerung bei 300 P8. Leistung mit direkter Wirkung. Die Maschine ist sowohl
mit einer Dampfbremse, wie mit einer Fallbremse ausgerüstet. Letztere, für ein
Versagen der Dampfbremse vorgesehen, tritt durch Auslösung eines Gewichtes
in Tätigkeit, wodurch die Maschine zum Stillstand gebracht wird. Die Dampf
bremse kann automatisch vom Teufenzeiger aus in Betrieb gesetzt werden, was
eintritt, sobald der Korb über die Abzugsbühne hinausfährt. Bei einem Ver
sagen der Dampfbremse wird der Förderkorb mittels der Seilauslösungsvorrich
tung in dem Fangtopf abgefangen. Die Zylinderbohrung der Fördermaschine
beträgt 730 mm, der Hub 1400 mm, während der Durchmesser der zylindri
schen Trommeln 5000 mm aufweist. Der Teufenzeiger ist mit einer Signal
vorrichtung und einem Dampfmanometer ausgerüstet.
In der Hülfssörderung sind zwei kleine Förderkörbe mit je einem Wagen
tätig. Das Gewicht eines Förderkorbes beläuft sich auf 650 kg; das Förder
seil besitzt eine Stärke von 25 mm. Für die Hülfssörderung ist die behördliche
Genehmigung zur Personenbeförderung erteilt worden, daneben dient sie auch
zur Beförderung von Material, wie auch zur Aushilfe der Hauptförderung.
Für die Hülfssörderung befindet sich eine liegende Zwillingsmaschine von 80 P8-
Leistnng mit Kulissen-Schiebersteuerung im Betrieb. Die Zylinderbohrung be
trägt 350 mm, der Hub 700 mm. Eine Zahnradübertragung besorgt den An
trieb der Förderwelle. Bei dieser Hülfsfördermaschine hat man für die Seil
förderung das Köpesche System vorgesehen. Das Seil nimmt seinen Weg über
eine auf der Förderwelle aufgekeilte Scheibe und läuft dann über die beiden
kleinen Seilscheiben am Fördergerüst, denen man hinter- und untereinander eine
Verlagerung gegeben hat. Jedes Seilende trägt einen Korb. Die auf der
Abzugsbühne angebrachten Schachtverschlüsse sind Gittertüren, die sich durch die
heraufkommenden Förderkörbe heben. Die Signale werden auf elektrischem Wege
durch Glocken gegeben. Es sind zwei Signalleitungen vorhanden, eine von den
Füllörtern bis zur Abzugsbühne, die andere von der Abzugsbühne nach den
Fördermaschinen. Als weitere Signalvorrichtungen wären noch die Sprachrohre
zu nennen, die neben den elektrischen Leitungen angelegt worden sind, außerdem
ist ein Grubentelephon vorhanden.
Ueber die Wasserhaltung auf dem Heilbronner Salzwerk ist folgendes zu
sagen. Das durch den Schacht durchteufte Gebirge ist bis 130 m, wo die
Anhydritlagerung beginnt, wasserführend. Man legte daher im Hangenden des