Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

Mann  ladet  einer  den  Wagen,  der  zweite  hält  die  Berge  aus,  während  der
dritte  den  Wagen  zum  Füllort  schafft.
Wir  kommen  nun  zur  Schachtanlage  und  bemerkten  eingangs  schon,  daß
der  Schacht  eine  Haupt-  und  Hilfsförderung  auszuweisen  hat.  Nach  dieser  Sachlage ­
  zeigt  der  Schachtquerschnitt  aus  Holz  hergestellte,  in  der  Schachtmauer  verlagerte ­
  Einstriche  von  zwei  großen  und  zwei  kleinen  Fördertrummen  und  zwar
der  Einteilung  nach  einen  Fahr-,  einen  Signal-  und  einen  Wettertrumm.  An
den  Einstrichen  brachte  man  gleichzeitig  Leitlatten  an,  die  zur  Führung  der
Förderkörbe  dienen.  In  der  Hauptförderung  ist  jeder  Förderkorb  nist  zwei
Wagen  versehen.  Die  aus  Eisen  hergestellten  Förderkörbe  besitzen  eine  Breite
von  1560  mm  und  eine  Tiefe  von  1360  mm  bei  einem  Gesamtgewicht  von
1600  kg.  Als  Förderseile  hat  man  Rundseile  aus  Tiegelgußstahldraht  von
33  mm  Durchmesser  gewählt.  Unter  jeder  Seilscheibe  befindet  sich  ein  Fangtopf.
Die  Hauptfördermaschine  ist  eine  liegende  Zwillingsmaschine  mit  Ventilkonussteuerung
  bei  300  P8.  Leistung  mit  direkter  Wirkung.  Die  Maschine  ist  sowohl
mit  einer  Dampfbremse,  wie  mit  einer  Fallbremse  ausgerüstet.  Letztere,  für  ein
Versagen  der  Dampfbremse  vorgesehen,  tritt  durch  Auslösung  eines  Gewichtes
in  Tätigkeit,  wodurch  die  Maschine  zum  Stillstand  gebracht  wird.  Die  Dampfbremse ­
  kann  automatisch  vom  Teufenzeiger  aus  in  Betrieb  gesetzt  werden,  was
eintritt,  sobald  der  Korb  über  die  Abzugsbühne  hinausfährt.  Bei  einem  Versagen ­
  der  Dampfbremse  wird  der  Förderkorb  mittels  der  Seilauslösungsvorrichtung ­
  in  dem  Fangtopf  abgefangen.  Die  Zylinderbohrung  der  Fördermaschine
beträgt  730  mm,  der  Hub  1400  mm,  während  der  Durchmesser  der  zylindrischen ­
  Trommeln  5000  mm  aufweist.  Der  Teufenzeiger  ist  mit  einer  Signalvorrichtung ­
  und  einem  Dampfmanometer  ausgerüstet.
In  der  Hülfssörderung  sind  zwei  kleine  Förderkörbe  mit  je  einem  Wagen
tätig.  Das  Gewicht  eines  Förderkorbes  beläuft  sich  auf  650  kg;  das  Förderseil ­
  besitzt  eine  Stärke  von  25  mm.  Für  die  Hülfssörderung  ist  die  behördliche
Genehmigung  zur  Personenbeförderung  erteilt  worden,  daneben  dient  sie  auch
zur  Beförderung  von  Material,  wie  auch  zur  Aushilfe  der  Hauptförderung.
Für  die  Hülfssörderung  befindet  sich  eine  liegende  Zwillingsmaschine  von  80  P8-Leistnng
  mit  Kulissen-Schiebersteuerung  im  Betrieb.  Die  Zylinderbohrung  beträgt ­
  350  mm,  der  Hub  700  mm.  Eine  Zahnradübertragung  besorgt  den  Antrieb ­
  der  Förderwelle.  Bei  dieser  Hülfsfördermaschine  hat  man  für  die  Seilförderung ­
  das  Köpesche  System  vorgesehen.  Das  Seil  nimmt  seinen  Weg  über
eine  auf  der  Förderwelle  aufgekeilte  Scheibe  und  läuft  dann  über  die  beiden
kleinen  Seilscheiben  am  Fördergerüst,  denen  man  hinter-  und  untereinander  eine
Verlagerung  gegeben  hat.  Jedes  Seilende  trägt  einen  Korb.  Die  auf  der
Abzugsbühne  angebrachten  Schachtverschlüsse  sind  Gittertüren,  die  sich  durch  die
heraufkommenden  Förderkörbe  heben.  Die  Signale  werden  auf  elektrischem  Wege
durch  Glocken  gegeben.  Es  sind  zwei  Signalleitungen  vorhanden,  eine  von  den
Füllörtern  bis  zur  Abzugsbühne,  die  andere  von  der  Abzugsbühne  nach  den
Fördermaschinen.  Als  weitere  Signalvorrichtungen  wären  noch  die  Sprachrohre
zu  nennen,  die  neben  den  elektrischen  Leitungen  angelegt  worden  sind,  außerdem
ist  ein  Grubentelephon  vorhanden.
Ueber  die  Wasserhaltung  auf  dem  Heilbronner  Salzwerk  ist  folgendes  zu
sagen.  Das  durch  den  Schacht  durchteufte  Gebirge  ist  bis  130  m,  wo  die
Anhydritlagerung  beginnt,  wasserführend.  Man  legte  daher  im  Hangenden  des
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.