Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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Anhydrits  ein  138  cbm  fassendes  Sumpfort  an,  das  ausgemauert  wurde.  Hier
wird  das  Schachtwasser,  das  sich  täglich  auf  160  cbm  beläuft,  das  aber  allmählich ­
  durch  Verkalkung  der  Zuläufe  nachläßt,  gesammelt  und  nun,  in  den
Anfangszeiten  des  Abbaues,  vermittels  einer  über  dem  Sumpf  aufgestellten
Wasserhaltungsmaschine  zutage  gehoben.  Später  hat  man  dann  die  Wasserhaltungsmaschine ­
  auf  der  3.  Sohle  untergebracht  und  zwar  in  einem  Raum  neben
dem  Füllort,  wo  gleichzeitig  eine  Girardsche  Turbine  und  eine  Dynamomaschine
Aufstellung  gefunden  hat.  Das  in  130  m  Teufe  gelegene  Sumpfort  besitzt  ein
Ablaßrohr,  das  man  zum  Antrieb  der  Turbine  verwendet,  da  man  durch  dieses
Rohr  das  Wasser  zur  3.  Sohle  führt  mit  einem  Gefälle  von  75  m.  Die  hierdurch ­
  angetriebene  Turbine  überträgt  nun  ihre  Kraft  auf  die  Dynamomaschine.
Das  aus  der  Turbine  abfließende  Wasser  führt  man  dem  Schachtsumpf  zu,  der
von  der  3.  Sohle  ab  eine  Tiefe  von  8,6  m  besitzt.  Mit  dem  Schachtsumpf
steht  eine  62  m  lange  Sumpfstrecke  in  Verbindung,  deren  Ende  wieder  durch
ein  Gesenke  mit  der  3.  Sohle  verbunden  wurde.  Das  Wasser  des  Schachtsumpfes
  wird  vermittels  eines  Saugrohrs  von  der  Pumpe  angesaugt  und  dann
durch  eine  Steigleitung  nach  oben  gedrückt.  Die  Wasserhaltungsmaschine  ist  eine
einzylindrische,  liegende  Hochdrnckmaschine  mit  Schiebersteuerung  und  Expansion.
Der  Abdampf  geht  durch  einen  Körtingschen  Saugrohrkondensator  und  bringt
das  Wasser  auf  25°  Wärme.  Die  Zylinderbohrung  der  Maschine  weist  400  mm,
der  Hub  400  mm  und  der  Plungerdurchmesser  110  mm  auf.  Die  Maschine
ist  mit  einer  doppelt  wirkenden  Pumpe  gekuppelt.  Im  Jahre  1905  wurde  dann
als  Folge  der  technischen  Erweiterung  des  Betriebes  in  der  Grube  eine  Hochdruckzentrifugalpnmpe
  und  eine  Plungerpumpe  zur  Aufstellung  gebracht.
Die  Streckenbeleuchtnng  in  der  Grube  erfolgt  elektrisch  und  zwar  durch
Gleichstrom.  Die  Girardsche  Turbine  leistet  bei  einem  Wirkungsgrad  von  0,75
etwa  3,3  Pferdestärken;  die  Zuführung  der  160  cbm  Grubeuwasser  ist  auf  10
Stunden  verteilt.  Zu  diesem  Zweck  wird  das  Wasser  in  der  Nachtzeit  im  Sumpfort
  angesammelt.  Die  Turbinenleistung  wird  auf  die  Gleichstrom-Dynamomaschine
übertragen,  die  nun  ihrerseits  den  elektrischen  Strom  für  die  Grubenbeleuchtung
liefert.  Die  Lichtkabel,  welche  an  isolierten  Holzpflöcken  und  Leisten  verlegt  sind,
führen  den  einzelnen  Arbeitsstellen  den  Strom  zu.  Die  größere  Helligkeit  des
elektrischen  Lichtes  stellt  eine  wesentliche  Förderung  des  Abbaues  dar,  andererseits
erhält  der  Grubenbetrieb  hierdurch  erhöhte  Sicherheit.
Im  Jahre  1897  wurde  die  elektrische  Beleuchtungsanlage  mit  einem  Kostenaufwand ­
  von  3310,47  Mk.  erweitert.  Die  Anlage  zeigte  sich  jedoch  in  dieser
Form  bald  den  Anforderungen  nicht  mehr  gewachsen,  sodaß  man  im  Jahre  1898
dem  Plane  näher  trat,  die  ganze  Anlage  zu  einer  Zentrale  für  Licht-  und
Kraft-Uebertragung  auszubauen.  Die  neue  elektrische  Zentrale  erforderte  einen
Bauaufwand  von  43  641,43  Mk.  Im  Jahre  1905  wurde  ein  neues  Gebäude
für  die  elektrische  Zentrale  erbaut,  die  nun  auch  die  Primäranlage  des  Drehstrom-Bohrbetriebes
  für  die  Grube  in  sich  vereinigte.  Zur  Sicherung  des  Betriebes ­
  beschaffte  man  eine  Lokomobile.
Die  Wetterführung  ist  auf  dem  Heilbronner  Salzwerk  folgendermaßen  gestaltet. ­
  Wir  bemerken  schon,  daß  der  Schacht  einen  besonderen  Wettertrumm
besitzt,  den  man  durch  einen  Wetterscheider  von  den  übrigen  Schachtanlagen  resp.
Abteitlungen  abgetrennt  hat.  Ueber  der  3.  Sohle  hat  man  überdies  noch  einen
Wetterscheider  quer  eingelegt,  sodaß  der  Wettertrumm  vornehmlich  mit  dem  Bauen
            
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