Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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läßt.  Die  amtliche  Statistik  Württembergs  hat  nun  in  bemerkenswerter  Weise
gerade  über  die  Lohnverhältnisse  der  Staatswerke  sür  eine  ganze  Reihe  von
Jahren  planmäßige  statistische  Erhebungen  durchgeführt,  die  auch  die  soziale
Seite  des  Württembergischen  Salinenwesens  und  Salzbergbaues  beleuchten.
Allerdings  ist  nicht  zu  verkennen,  daß  Schlußfolgerungen  aus  Lohnstatistiken  stets
mit  großer  Vorsicht  zu  ziehen  sind,  da  selbst  mit  peinlicher  Sorgfalt  erzielte
Ergebnisse  stets  nur  sekundären  Wert  besitzen  dürften.  Wohl  niemals  wird  man
bei  einer  richtigen  Wertung  von  Lohnstatistiken  die  Gegenüberstellung  geeigneter
Preissätze  der  wichtigsten  Lebensbedürfnisse  außer  acht  lassen  dürfen.  Hierhin
rechne  insbesondere  Preisangaben  über  Hauptnahrungsmittel,  sowie  die  Mietspreise ­
  für  die  Wohnungen.  Daneben  sind  bei  der  kritischen  Wägung  von  Löhnen ­
  noch  einige  andere  Faktoren  zu  berücksichtigen,  die  nur  sch  '  :nstellen
  sind.
Wir  lassen  hier  zwei  uns  interessierende  Lohnübersichten  folgen:

Lohnstatistik  der  kgl.  württ.  Salinen 1 ).

Jahr.

Zahl  der
Arbeiter.

Zahl  der
Arbeitstage.

Gesamtlohnbetrag. ­


Lohnbetrag  für
einen  Arbeiter
pro  Tag.

Lohnbetrag  für
einen  Arbeiter
pro  Jahr

M.

M.

M.

1890

284

90  201

220  586

2,44

777

1891

288

93  237

229  616

2,46

797

1892

277

90  148

223  241

2,47

806

1893

270

85  774

212  460

2,47

786

1894

299

94  056

230  764

2,45

772

1895

282

87  854

219  748

2,52

779

1896

275

88  076

227  005

2,58

825

1897

294

92  417

240  284

2,59

817

1898

320

98  564

260  847

2,64

815

1899

316

98  945

261  659

2,64

828

1900

340

103  240

286  776

2,77

843

1901

308

99  801

288  011

2,88

935

1902

274

87  472

271  115

3,09

989

1903

267

85  261

269  597

3,16

1009

1904

270

86  153

278  634

3,17

1013

1905

275

86  422

285  493

3,33

1038

1906

280

89  058

309  309

3,47

1104

1907

310

104  258

366  042

3,51

1180

1908

295

96  077

362  905

3,78

1230

(S-  die  Tabelle  auf  S.  19.)
Bei  Betrachtung  vorstehender  Uebersicht  ergibt  sich  zunächst,  daß  der  Berg  ='
bau,  was  durch  die  Natur  der  Betriebsart  bedingt  ist,  eine  größere  Zahl  von
Arbeitern  als  die  Salinen  beschäftigt.  Sehr  charakteristisch  veranschaulichen
beide  Uebersichten  die  seit  1890  zu  beobachtende  Lohnsteigerung,  welche  besonders ­
  scharf  in  den  Jahreslöhnen  zum  Ausdruck  gelangt.  Es  hat  sich  hiernach
eine  Lohnsteigerung  bei  den  Salinenarbeitern  um  42  %,  bei  den  Bergleuten
um  44,9  %  in  dem  Zeitraum  von  1890  bis  1906  vollzogen.  An  sich  stellt
diese  Lohnsteigerung  keine  gerade  mit  dieser  Arbeiterkategorie  im  Zusammenhang
stehende  Besonderheit  dar,  vielmehr  haben  sich  hier  dieselben  wirtschaftlichen
Symptome  geltend  gemacht,  welche  in  den  letzten  Jahrzehnten  mit  der  zuneh-1)

  Württembergische  Jahrbücher.  Jahr  1900.  Teil  III.  S.  189.  Statistisches
Handbuch  f.  d.  Königreich  Württemberg.  1906/07.  S.  156.
            
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