fullscreen : Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung

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Russisches  Reich  (Ackerbau:
5)  Der  Weinbau  liefert  eine  jährliche
Traubenlese  von  365  Mill,  kg;  am  stärksten ­
  wird  derselbe  betrieben  in  Bessarabien,
Kuta'is  und  Tiflis.  Die  jährliche  Produktion ­
  von  Most  erreicht  15  Mill.  Eimer;
doch  ist  der  Export  sehr  unbedeutend,  ca.
544.000  Mk.  jährlich,  dem  ein  Import
von  8  Mill.  Mk.  gegenübersteht.  Im
Jahr  1879,  das  eine  sehr  erhebliche  Zunahme ­
  ausweist,  war  die  Einfuhr:
Wein  in  Fässern.  14743(50  Kilogr.
Wein  in  Flaschen  262106  Flaschen
Champagner  .  .  748745  -
Die  stärkste  Einfuhr  findet  nach  Petersburg ­
  statt,  wohin  fast  die  Hälfte  alles  importierten ­
  WeinS  gelangt.  Nach  dem  russischen ­
  Zolltarif  wird  Wein  in  Fässern  mit
2  Rubel  30  Kopeken  das  Pud  (in  Deutschland ­
  24  Mk.  pro  100  kg,  also  etwa  die
Hälfte  des  russischen  Zolles),  Champagner
mit  1  Rubel  die  Flasche,  sonstiger  Flaschenwein ­
  mit  33  Kopeken  die  Flasche  verzollt.
6)  Der  Tabakbau  wird  besonders
in  Kleinrußland,  Bessarabien  mit  den
Dnjestruferländern,  den  deutschen  Niederlassungen ­
  an  der  Wolga  und  in  der  Krim
betrieben.  1878  bestanden  117,419  Tabakpflanzungen, ­
  welche  einen  Ertrag  von
71.958.000  kg  brachten.  Trotz  dieser  bedeutenden ­
  Produktion  führt  Rußland  aber
immer  noch  auS  der  Türkei  und  Amerika
ein,  denn  die  Qualität  ist  gering;  nur  in
Bessarabien  und  der  Krim  baut  man  bessere ­
  türkische  und  amerikanische  Sorten,
auch  in  Kaukasien  (Jahreöertrag  440,000
kg);  der  sibirische  (jährlich  1,2  Mill,  kg)
ist  sehr  mittelmäßig.  1878  wurden  Tabak
und  Cigarren  im  Wert  von  15,oMill.Mk.
eingeführt;  1879  belief  sich  die  Einfuhr  auf
2.084.000  kg,  die  Ausfuhr  auf  2,414,000
kg.  Der  Verbrauch  von  Tabak  ist  in  Rußland ­
  ein  verhältnismäßig  geringer;  während ­
  im  Deutschen  Reich  1,8  kg  auf  den
Kopf  der  Bevölkerung  entfällt,  kommt  auf
jeden  Russen  nur  l h  kg.  Rohtabak  zahlt
nach  dem  Gesetz  von  1877  einen  Zoll  von
277,48  Mk.  pro  100  kg  (14  Rubel  pro
Pud),  Cigarren  1744,16  Alk.  für  100  kg.
Daher  ist  die  vor  1877  ansehnliche  Einfuhr ­
  von  Blättertabak  sehr  schnell  gefallen  ;
sie  betrug  1876  noch  8,4  Mill.,  aber  1878
nur  1,4  Mill.  kg.

:  Wein,  Tabak,  Zuckerrüben).
7)  Der  Zuckerrübenbau  und  die  Gewinnung
  von  Rübenzucker  sind  vornehmlich ­
  in  Kiew  (die  Hälfte  der  ganzen  Produktion) ­
  zu  Hause,  demnächst  in  Rjäsan,
Warschau,  Podolien,  Charkow,  Tschernigow,
  Kursk  u.  a.  Rußlands  nimmt  in
dieser  Hinsicht  schon  die  vierte  Stelle  unter
den  europäischen  Staaten  ein.  Die  Gesamtproduktion ­
  betrug  in  der  Kaiiipagne  1879
bis1880:4,9O0,000Ctr.  RussischerZucker
'  kam  zum  erstenmal  Ende  1876  auf  den
;  europäischen  Markt.  Die  damals  erfolgte
Erhöhung  dcr  Acciserückerstattung  auf  den
vollen  Betrag  der  gezahlten  Accise,  das
Siiiken  der  russischen  Valuta,  die  schlechten ­
  Ernten  in  Westeuropa  und  den  Kolonien ­
  begünstigten  diese  Versuche.  Auf
seiner  1877  erreichten  Höhe  konnte  sich
der  Export  freilich  bei  veränderten  Verhältnissen ­
  (guten  Rübenernten  in  Westeuropa, ­
  mittelmäßigen  in  Rußland)  nicht
halten,  dafür  hat  aber  der  Import  so
gut  wie  ganz  aufgehört.  Er  betrug  1879
nur  10,200  kg  gegen  eine  Ausfuhr  von
2,607,600  kg.  1877  hatte  der  Wert  der
Ausfuhr  52,5  Mill.  Mk.  betragen,  1878
war  derselbe  auf  4,3  Mill.  Mk.  (4,870,800
kg)  gefallen.  Ausfuhrstationen  für  russischen'Zucker ­
  sind  Odessa,  die  österreichische
Grenzstation  WolotschiSk,  für  polnischen
Zucker  Grajewo  an  der  preußischen  Grenze.
Die  Ausfuhr  nach  Deutschland  sank  von
355,880  kg  1878  auf  152,420  kg  1879.
Schokoladen-  und  Konfektfabriken  bestehen ­
  namentlich  in  Moskau,  dann  in
Petersburg,  Warschau  re.  Deutschland,
namentlich  Berlin,  liefert  dazu  Bilder,
Etiketten  re.,  Zinnfolie  (Frankfurt  a.  M.,
Nürnberg,  Breslau).
8)  Thee  wird  zwar  in  Rußland  nirgends
kultiviert,  bildet  aber  ein  unentbehrliches
Volksnahrungsmittel.  Die  Einfuhr  hat
sich  seit  einer  langen  Reihe  von  Jahren
zwischen  11  Vs  und  13  Mill,  kg  bewegt.
Die  Haupteinfuhr  von  Thee  geschieht  über
London  und  Königsberg;  von  dort  nimmt
er  seinen  Weg  nach  den  Zollämtern  von
Moskau,  wo  1879:  1148,000  kg  verzollt
wurden,  und  über  Wirballen.  Außerdem
sind  bedeutende  Theehäfcn  noch:  Petersburg, ­
  Odessa,  Reval.  Der  Thee  über  die
europäische  Grenze  zahlt  einen  Zoll  von
            
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