Full text : Grundzüge des positiven Völkerrechts

1878—1899.

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einem  Vierbund  ausgewachsen  hat.  Die  deutschfreundliche  Gesinnung
Alexanders  II.  von  Rußland  hatte  trotz  des  Anwachsens  des  Panstavismus
  eine  Entspannung  der  deutsch-russischen  Trübung  herbeiaeiührt
  Ausdruck  derselben  war  der  deutsch-russische  Ruckverstchcrung,  -
hertrag,  der  auch  nach  der  Thronbesteigung  Alexanders  III.  bis  zum
Sturz  Bismarcks  in  Kraft  blieb.  Ihm  lag  die  Idee  des  großen  Kanzlers
zugrunde,  eine  Annäherung  Rußlands  an  Frankreich  zu  verhüten,  um
auf  diese  Weise  den  Frieden  zu  erhalten.  Wie  nach  dem  Frieden  von
1856  wandte  Rußland  auch  nach  dem  Berliner  Kongreß  seme  Blicke
nach  dem  fernen  Osten.  Es  näherte  sich  immer  mehr  den  Grenzen
Chinas,  Persiens  und  Afghainstans.  Frankreich  erwarb  1883  Tongkina
  und  das  Protektorat  über  Anam  iind  Kambodja  m  Hsntermdien.
cfrt  Afrika  wurden  immer  umfangreichere  Gebiete  kolonisatorisch  erschlossen, ­
  so  von  Deutschland,  England,  Frankreich  und  Italien,  von
dem  das  letztere  freilich  seine  Schutzherrschaft  über  Abesstmen  die  es
im  Vertrag  von  Utschiali  1889  begründet  hatte,  1896  ^  Frieden  von
Addis  Abeba  wieder  aufgeben  mußte.  Schon  vorher  1882  hatte  England ­
  Ägypten  besetzt,  über  das  es  bis  zur  offenen  Erklärung  des  Protektorats ­
  1914  eine  faktische  Herrschaft  ausgeübt  hat.
Das  folgende  Jahrzehnt  bis  zur  Jahrhundertwende  ist  charakterisiert
durch  die  Annäherung  Rußlands  an  Frankreich,  durch  dw  Erlangung
der  Großmachtstellung  seitens  Japans,  das  freilich  die  Errungenschaften ­
  des  Krieges  mit  China  auf  Einschreiten  Deutschlands  Rußlands ­
  und  Frankreichs  im  Frieden  von  Shimonosek,  1895  teilweise
wieder  ausgeben  mußte,  durch  die  Erwerbung  sogeuannter  ,,Pachtgebiete
  in  China  durch  England,  Rußland  und  Deutschland  (Kiautschou)
und  durch  die  faktische  Aufgabe  der  Monroe-Doktrin  se'tens  Amerikas
im  Pariser  Frieden  von  1898.  Indem  die  Union  hier  die  Philippinen
und  Porto-Rico  von  Spanien  erwarb  und  sich  einen  sehr  starken  Einfluß ­
  in  Cuba  sicherte,  hat  es  seine  Interesselosigkeit  an  außeramerlkanischen
  Verhältnissen  tatsächlich  aufgegeben  und  sich  der  Weltmachtpolitik
  zugewandt.  on
Hatten  eine  Reihe  wichtiger  internationaler  Fragen  in  den  80er
und  90  er  Jahren  zu  bedeutsamen  völkerrechtlichen  Abmachungen  geführt, ­
  so  insbesondere  1885  gelegentlich  der  Schaffung  des  Kongostaates ­
  zur  Ausstellung  einer  Reihe  von  Rechtssahen  über  den  Erwerb
von  Kolonien  und  über  die  Neutralisierung  des  Kongobeckens  ferner
die  umfassende  Brüsseler  Antisilaverei-Konferenz  von  1890,  so  bildet
            
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