Full text : Grundzüge des positiven Völkerrechts

1899—1914.

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gleiche  Kultur  verbundenen  Großstaaten  bedeutete  es,  wenn  1900
aeleaentlich  des  in  China  gegen  Fremde  angezettelten  Boxer-Aufstandes, ­
  Truppen  der  verschiedensten  Staaten,  darunter  Englands,
Frankreichs,  Rußlands,  Japans,  Deutschlands  unter  deutschem  Oberbefehl ­
  in  China  einmarschierten  und  die  chinesische  Regierung  im  Pekinger ­
  Protokoll  von  1901  zum  Nachgeben  zwang.  Durch  verschiedene
Verträge  ist  zwischen  den  Mächten  damals  das  Prinzip  der  offenen
Tür,  das  heißt  der  wirtschaftlichen  Gleichberechtigung  aller,  ausgestellt
worden.  r  ,  ..
Der  russisch-japanische  Gegensatz,  bei  dem  es  sich  namentlich  um  die
Mandschureifrage  sowie  darum  handelte,  ob  Rußland  oder  Japan
das  Protektorat  über  Korea  haben  sollte,  spitzte  sich  in  der  Folgezeit
bis  zum  bewaffneten  Zusammenstoß  zu.  Der  nlssisch-japamsche  Krieg
1904—05  endigte  mit  dem  Frieden  von  Portsmouth,  der  Japan  das
später  (1910)  angegliederte  Korea  als  Schutzstaat,  daneben  Port  Arthur
und  Teile  von  Sachalin  brachte.  In  der  gleichen  Zeit  beginnt  sich  das
allgemeine  Bündnis-System  auszudehnen.  Großbritannien,  das  bereits ­
  1902  ein  Bündnis  mit  Japan  abgeschlossen  hatte,  das  mW  Älbbeuqungen
  später  wiederholt  erneuert  worden  ist,  nähert  sich  Frankreich ­
  und  es  kommt  nach  Bereinigung  der  verschiedenen  Differenzen
mit  dem  Vertrag  vom  8.  April  1904  zur  Entente  corchale,  die  den
ersten  Keim  des'späteren  tatsächlichen  oder  rechtlichen  Bündnisses  m
sich  trug.  In  dieselbe  Zeit  fällt  der  Beginn  der  Spannung  zwischen
Deutschland  und  Frankreich  in  der  Marokko-Frage,  veranlaßt  durch
Eingriffe  Frankreichs  in  die  auf  der  Madrider  Konvention  von  1880
und  dem  deutsch-marokkanischen  Handelsvertrag  von  1890  beruhenden
deutschen  Vertragsrechte  in  Marokko.  Nach  Scheitern  des  von  französischer ­
  Seite  unternommenen  direkten  Verständigungsversuches  mit
Deutschland  unter  dem  Minister  Rouvier  kommt  es  nach  scharfen
Drohungen  Deutschlands,  nach  Abgang  des  französischen  Außenministers ­
  Delcasse  zur  internationalen  Algeciras-Konferenz,  die,  ohne
eine  Erreichung  der  deutschen  Absicht  in  Marokko  darzustellen,  vor
allem  den  Riß  im  Dreibund  offenbart  hatte,  deisen  Teilnehmer  Aulien
sich  bereits  1902  unter  dem  Außenminister  Prinetti  Frankreich  genähert ­
  hatte  und  nun  in  Algeciras  Deutschland  im  Stich  ließ  ^n
das  folgende  Jahr  fällt  der  zweite  große  Erfolg  Eduards  VII.,  me
Bereinigung  der  alten  Differenzen  mit  Rußland,  namentlich  m  der
persisch-afghanischen  und  der  tibetanischen  Frage  durch  Vertrag  vom
            
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