Object: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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gemacht haben. Denn es läßt sich feststellen, daß letzterer ein sehr 
ausgedehnter, zugleich Groß- und Kleinhandel, Speditions-und Kom 
missionsgeschäft war und sich, wie auch bei anderen großen Handels 
häusern damaliger Zeit, auf sehr verschiedenartige Zweige erstreckte. 
Die wenigen Nachrichten, die wir darüber zu bieten vermögen, 
stammen aus den neunziger und besonders aus den folgenden 
Jahren, und zwar hatte der Betrieb im Anfang des 19. Jahr 
hunderts einen Umfang angenommen, der vermuten läßt, daß lange 
und arbeitsreiche Jahre vorausgegangen sein müssen, ehe dieser 
Zweig des Rothschildschen Geschäfts auf solche Höhe gebracht 
werden konnte. 
Rothschilds sonstiger Warenhandel. 
Als Rothschild sechzig Jahre alt war, im Jahre 1804, zahlte 
er für sein Warenmagazin eine jährliche Miete von 400 fl 24 ff. 
Daraus ergibt sich, daß sein Warenbetrieb umfangreich war. Im 
Jahre 1809 gibt er im Polizeiverhör an, daß er außer seiner 
Wechselhandlung noch eine Warenhandlung betreibe, und daß vier 
seiner Söhne dafür tätig seien. Am 16. Mai 1810 schreibt er dem 
Kurprinzen von Hessen, von dem er fortgesetzt angeborgt wurde,, 
er sei bereit, ihm zu helfen, obgleich er ein starkes Warenlager 
habe, und sein Kapital in seinem Handel gebrauchen könne. Und 
in dem Gesellschaftsvertrag, der am 27. September 1810 zwischen 
ihm und dreien seiner Söhne abgeschlossen wurde, und dessen 
amtliche Urschrift sich auf dem Frankfurter Stadtarchiv befindet, 
werden bei Aufzählung der Bestandteile des Handlungsfonds die- 
Waren jedesmal an erster Stelle genannt. Auch hatten die Roth 
schild damals noch ein Ladengeschäft. 
Unter den Handelsartikeln treten hauptsächlich Kleiderstoffe 
hervor, und man darf annehmen, daß Rothschild schon in früher 
Zeit sich diesem Geschäftszweig zugewandt hatte. Nachweislich 
machte er im Jahre 1796 in dieser Branche Geschäfte mit den 
Firmen Bradforth in Yorkshire und Sisson Wood & Co. in Leeds. 
Im Jahre 1802 sandte er auf fremde Rechnung zwei Kisten mit 
Waren an die Firma Konrad Knopf in Nürnberg, deren Inhalt 
hauptsächlich in Batistmusselin und broschiertem Musselin, dann, 
in Tüchern en Couleur, Kalikos, Balzorins u. a. bestand 19 .
	        
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