Full text: Vieh und Fleisch in der deutschen Kriegswirtschaft

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D i e Unkosten stellen sich insgesamt sonach auf: 
4,34—16,39 % bei Rindern, 
4,68—21,03 % „ Kälbern, 
3,93—18,62 % „ Schafen, 
5,19 17,50 % „ Schweinen, 
immer berechnet nach dem Lebcndgewichtspreise der Tiere. Da 
manche Gebühren, wie z. B. die Schlachtgebühren, nach Stück 
zahl berechnet werden, erhöhen sie den Gestehungspreis der Gewichts 
einheit Fleisch um so mehr, je leichter ein Schlachttier ist. Im all 
gemeinen wird also bei dem durchschnittlich geringeren Gewicht der 
gegenwärtig geschlachteten Tiere das Pfund Fleisch mit höheren Un 
kostenbeträgen belastet als zu Friedenszeiten, soweit es sich um Stall 
vieh handelt. Bei dem Weidemastvieh ist bei guter Weide das 
Gewichtsverhältnis dasselbe wie im Frieden, wenn die Weide gut ist 
und die Entleerung der Weiden nicht durch besondere Umstände (über 
mäßige Entnahme, Einfluß der Senkung der Viehpreise) vorzeitig 
bewirkt wird. 
In manchen Gegenden werden noch die Z u f u h r k o st e n des 
Fleisches vom öffentlichen Schlachthof zum Ladeubetrieb, soweit solche 
entstehen, in die Schlachtuiikofteu eingerechnet. Sie betragen 1 J( 
bis 1,50 Jl für 100 kg Fleisch in Berlin und schwanken im übrigen 
in weiten Grenzen. Im Reichsdurchschnitt bezifferten sie sich für 
1 Pfund Rindfleisch und Schweinefleisch auf 0,7, für 1 Pfund 
Kalbfleisch auf 1,4 und für 1 Pfund Schaffleisch auf 0,2 
Während des Krieges wurden diese Kosten meistens vom Laden- 
schlächter übernommen und sind daher in den Rohgewinu des 
Schlächters einbezogen. 
c) S ch lacht a u s b e u t e. 
Die durchschnittliche Schlachtausbeute ist im allgemeinen ab 
hängig vom Ausfall der Futtermittelernte, von der Jahreszeit sowie 
der Wirtschaftsweise und Wirtschaftslage des Lieferungsgebietes und 
der Viehgattung. Bei den einzelnen Viehgattungen wechselt sic nach 
Rasse, Alter, Geschlecht, ErnährungS- und Fütterungszustand sowie 
»ach dem Gewichtsverlust auf dem Transport. Bei der Berechnung 
der Schlachtausbeute wurde als Lebendgewicht dasjenige Gewicht 
betrachtet, das der Berechnung des Ankaufspreises zugrunde gelegt 
wird. Da der Begriff „Lebendgewicht", wie erwähnt, nicht überall 
das gleiche bedeutet, muß den bestehenden Unterschieden entsprechend 
auch die Schlachtausbeute verschieden ausfallen. Die Schlachtausbeute 
verändert sich im Laufe eines Jahres am gleichen Orte und in der
	        
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