194 Frankreich (Textilindustrie).
Produktion erst 8,2 Mill. To», betragen;
von Jahr zn Jahr steigend, erreichte sie
1878 den Betrag von 17,096,563 T.
Eine solche Produktion hätte die Bedürfnisse
des Landes 1865 noch gedeckt, 1877
aber war der Kohlenverbrauch schon ans
23,849,605 T. gestiegen, und es bedurfte
einer Einfuhr von 6,2 Mill. T. 1878 betrug:
Einfuhr 114,5 Mill. Mk., Ausfuhr
6,8 Mill. Mk. Gleichwohl hat sich die
Steinkohlenproduktion in F. vom Anfang
dieses Jahrhunderts an bis 1860 verzehnfacht.
Seitdem hat sie sich innerhalb 16
Jahren voir neuem verdoppelt und dann
wiederum Fortschritte gemacht. Nach einer
Schätzung von 1872 verbrauchen Hüttenwerke,
Industrien, Gasfabriken ». a. zusammen
72 Proz., die Haushaltungen ca.
13 Proz., die Verkehrsanstalten 10 Proz.
und die Bergwerke 4 Proz. der gesamten
Menge. In sämtlichen Kohlenbergwerken
waren 1876: 97,000 Arbeiter beschäftigt.
Aber F. produziert noch immer nicht genug
für den eignen Konsum, und sowohl
England als Belgien und Deutschland
schicken die Prodlikte ihrer Kohlenwerke bis
tief ins Land hinein. England versorgt die
Küstenstrecken am Kanal wie am Atlantischen
Ocean und dem Mittelländischen
Meer. Deutschland bringt seine Saarkohle
bis nach Paris (1878 inkl. Koks 9,361,100
metr. Ctr. im Wert von 14,1 Mill. Mk.).
Und doch wird die Einfuhr von Kohle
durch große Lasten erschwert, welche sich
mit Transport, Einfuhrzoll und Abgabe
für die Statistik, 5proz. Steuer, Verzehrungssteuer
in Paris u. a. pro Tonile
auf 14—16 Mk. belaufen, ehe sie aus
den Kohlengruben Rhcinpreußeuö oder
Belgiens in den Magazinen der französischen
Hauptstadt angekommen ist. Der
Eingangszoll für Kohle beträgt 0,99 Mk.
für die nlctrischc Tonne. In diesem Dienst
wird eine bedeutende Dampfkraft verwendet:
in Bergwerkeil und Steinbrüchen
82,793 Pferdekräfte, in Hüttenwerken un d
Metallverarbeitung 5722 Dampfmaschinen
von 102,378 Pfcrdekräften.
III. Industrie.
Als Förderungsinittel der gewerblichen
Jndllstric besteheir 75 Handelskammern
und die Gesellschaft zur Aufmunterung
der nationalen Industrie zu Paris mit
Zweigailstalten in den Departeineilts soivie
das Konservatorium der Künste und Gewerbe
zii Paris. — Nach einer offiziellen
Publikation wurden 1878 verwendet
47,343 Dampfmaschinen von 3,024,450
Pferdekräften (im Deutschen Reich 65,170
Dampfmaschinen von 4,510,637 Pferdekrästen),
und diese verteilen sich auf:
Dampfmaschinen Pferdckräfte
Industrie. . . 37589 484241
Eisenbahnen. . 8219 2367970
Handelsdampfer 1535 173039
Zusammen: 47343 3024350
Zählt man hierzu noch die 260,000 Kräfte
der durch Wasser getriebenen Werke, so
gibt dies eine Summe von rund 307,000
mechanischen Pferdekräften. Diese ungeheure
Kraft wird nutzbar gemacht und gelenkt
von 3,332,000 Arbeitern und gestattet
diesen, jährlich Produkte im Wert
von 12 Milliarden Mark zu schassen.
A. Textilindustrie.
Die Textilindustrie Frankreichs ist der
jedes andern Landes vollkommeil ebenbürtig.
Sie beschäftigte 1873 in 5224
Etablissements 315,570 Arbeiter, 91,916
Pferdekräfte, 8,909,121 thätige Spindeln,
134,807 mechanische und 322,189 Haudwcbstühle,
die sich auf die einzelnen Zweige
in nachstehender Weise verteilten:
Die Textilindustrie Frankreichs.
Spinnstoffe
Baumwolle . . .
Wolle
Flachs, Hanf, Jute
Seide
Gemischte Stosse
Etablissements
1083
2270
699
822
350
Arbeiter
114529
95 779
62 095
29519
13918
Spindeln
4644167
2697283
686144
391838
489689
Mechanische
Stühle
50236
28706
21315
23103
11447
Handstühle
78037
56895
54611
81460
61186