Full text : Der Pommersche Landbund

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anwesend  waren.  Hinterher  wurden  dann  Aenderungen  in  die  Tarife  gebracht ­
  zum  Schaden  der  Arbeiter.  Der  Gauleiter  muß  bei  solchen  Tarifabschlüssen ­
  anwesend  sein  oder  einen  Vertreter  schicken,  der  der  Ausgabe
gewachsen  ist.  Die  Arbeitgeber  respektieren  auch  den  Gauleiter  mehr  als
den  Kreisvertrauensmann.  (Sehr  richtig!)
Man  hat  in  Schlesien  den  Plan,  einen  Provinzialtarif  abzuschließen.
Dabei  muß  man  aber  sehr  vorsichtig  sein.  Wir  wollen  einen  solchen  Antrag
nicht  abweisen.  Aber  der  Provinzialtaris  kann  nur  ein  Rahmentaris  sein,
und  wir  müssen  uns  hüten,  dann  in  den  Tariffimmel  zu  verfallen.  Wir
dürfen  da  nicht  zu  viel  Paragraphen  haben,  die  alles  und  doch  nichts  sagen.
Wenig  Paragraphen  und  nur  das  Allernotwendigste.  Schmidt  hat  mir
neulich  einen  Rahmentarif  für  die  Bergarbeiter  gezeigt,  der  uns  als  Muster
dienen  könnte.  Wenn  ein  Provinzialtaris  angeregt  wird,  dann  sollten  die
Kollegen  sich  mit  dem  Hauptvorstand  in  Verbindung  setzen.  Was  für  Stralsund ­
  usw.  aufgebaut  ist,  ist  kein  Provinzialtaris,  sondern  ein  Kreistarif  für
drei  Kreise.  Der  Provinzialtaris  kann  immer  nur  ein  Rahmentarif  sein,
an  den  sich  Kreistarife  anschließen.
Die  Preispolitik  in  der  Landwirtschaft  wird  für  unsere  künftige  Tarifarbeit ­
  eine  große  Rolle  spielen.  Man  hat  versucht,  uns  vor  den  Wagen
der  Unternehmer  zu  spannen.  Es  werden  den  Landwirten  Erleichterungen
geschaffen  werden.  Wir  sind  auch  weiterhin  genötigt,  Lohnerhöhungen  zu
fordern.  Lohnforderungen  gehen  immer  konform  mit  dem,  was  der  betreffende ­
  Beruf  verdient.  Wenn  die  Agrarier  in  ihrer  Verdienstmöglichkeit
beschränkt  werden,  werden  sie  sich  schwer  zu  höheren  Löhnen  verstehen.  Die
höheren  Preise  für  die  Landwirtschaft  werden  bei  den  Industriearbeitern
viel  Staub  aufwirbeln.  Wenn  die  Kollegen  beobachtet  Habens  wie  mit
wenigen  leichtfertigen  Sätzen  diese  Fragen  auch  in  der  Parteipresse  behan--delt
  werden,  dann  begreifen  sie  auch,  daß  man  die  Sache  nicht  tief  genug
studiert  hat.  Wenn  wir  unseren  Kollegen  eine  bessere  Lebenslage  vrschaffen
wollen,  dann  müssen  wir  auch  prüfen,  wie  weit  den  Landwirten  entgegengekommen ­
  werden  muß.  Ich  halte  es  für  sehr  leichtfertig,  wenn  jemand
erklärt,  die  Landwirte  sind  heute  in  der  Lage,  jede  Lohnforderung  zu  bewilligen. ­
  Es  ist  auch  nicht  wahr,  daß  die  Landwirtschaft  in  den  Kriegsjahren ­
  wahnsinnige  Verdienste  herausgeschunden  hat.  ,  Sie  haben  auf  der
einen  Seite  verdient;  aber  auf  der  anderen  Seite  sind  notwendige  Ausgaben
unterblieben,  weil  sie  nicht  ausgeführt  werden  konnten.  Denken  wir  nur
an  die  Bauarbeiten.  Es  liegt  mir  fern,  für  die  Agrarier  einzutreten;  aber
wir  können  an  ihren  Forderungen  auch  nicht  ohne  weiteres  vorbeigehen
Wir  hatten  die  Absicht,  als  Organisation  auch  die  Wirtschaftsfragen  mit
den  Agrariern  zu  besprechen.  Wir  hatten  die  Reichsarbeitsgemeinschaft
gewünscht,  in  der  wir  solche  Fragen  mit  den  Unternehmern  werden  ventilieren ­
  müssen.  Dann  müssen  wir  uns  vorsehen,  daß  nicht  der  Vorstand  die
Fragen  anders  beurteilt  als  die  Funktionäre  im  Lande.  Wir  werden  dann
unsere  Leute  informieren  und  einheitlich  arbeiten  müssen.-  Auch  dann,
wenn  es  dem  einen  oder  anderen  gegen  den  Strich  geht.  In  der  Parteivresse
  müssen  wir  auch  zu  der  Sache  Stellung  nehmen,  und  wir  müssen  den
Industriearbeitern  gegenüber  Farbe  bekennen.
Die  heutige  Konferenz  ist  einberufen  worden,  weil  in  Pommern  die
Verhältnisse  so  prekär  liegen,  daß  der  Hauptvorstand  der  Ansicht  ist.  wir
inüssen  für  Pommern  andere  Maßnahmen  treffen,  als  für  andere  Teile
Deutschlands.  Persönlich  bin  ich  der  Ueberzeugung,  daß  in  Pommern  die
Keimzelle  liegt  zur  Gegenrevolution,  daß  in  Pommern  die  Agrarier  soweit
wie  möglich  die  gewerkschaftliche  Organisation  der  Landarbeiter  nieder-
            
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