Full text : Der Pommersche Landbund

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Schlußbemerkungen.
Wir  schließen  hiermit  vorläufig  unsere  Materialsammlung.  Sie  ist  nicht
vollständig.  Während  der  Drucklegung  ist  weiteres  Material  eingelaufen,  das
geeignet  wäre,  unsere  Ansichten,  die  wir  in  der  Einleitung  ausgedrückt  haben,
stärker  noch  zu  unterstreichen.
In  den  Tagen  vom  16.  bis  20.  Februar  1920  tagte  in  Berlin  die
Generalversammlung  des  Deutschen  Landarbeiter-Verbandes.  Sie  hat  durch
'  Annahme  einer  Entschließung  den  Standpunkt  des  Deutschen  Landarbeiter-Verbandes
  zu  der  Frage,  die  Anlaß  zu  diesem  Heft  gab,  zum  Ausdruck  gebracht. ­
  Die  Entschließung  lautete:
„Die  Vertreter  von  etwa  650  000  organisierten  Land-  und  Forstarbeitern,
oie  heute  zur  Generalversammlung  des  Deutschen  Landarbeiter-Verbandes
zusammengetreten  sind,  protestieren  einmütig  gegen  die  in  den  vergangenen
Wochen,  vor  allem  in  Pommern,  gegenüber  Tausenden  von  Berufsgenossen
und  Verbandsmitgliedern  ausgesprochenen  Arbeitskündigungen,  die  von
ihnen  als  ungesetzliche  Maßregelungen  betrachtet  werden.
Die  Landarbeiterschast  ist  sich  stets  der  Bedeutung  der  Landarbeiterfrage
für  die  Ernährungswirtschaft  des  deutschen  Volkes  bewußt  gewesen.  Sie
weiß,  daß  die  Wiederaufrichtung  unseres  zusammengebrochenen  Wirtschaftslebens ­
  die  strengste  Selbstdisziplin  aller  deutschen  Arbeiter  erfordert,  und  hat
dies  im  verflossenen  Jahr  dadurch  bewiesen,  daß  sie  ihre  eigenen  Interessen
stets  hinter  diejenigen  der  Gesamtheit  des  deutschen  Volkes  stellt.  Sie  gab  in
allen  Verhandlungen  mit  den  Unternehmern  zu  erkennen,  daß  sie  bereit  ist,
für  die  gerechten  Bedürfnisse  der  Landwirtschaft  einzutreten  und  innerhalb
der  industriellen  Arbeiterschaft  wie  der  Gesamtbevölkerung  Verständnis  für
die  gegenwärtige  schwere  Lage  der  landwirtschaftlichen  Betriebe  zu  wecken.
Sie  hat  diese  Haltung  bis  heute  gewahrt,  obwohl  von  Unternehmerseite
alles  getan  wurde,  um  auf  dem  Lande  das  vorrevolutionäre  Abhängigkeitsverhältnis ­
  wiederherzustellen.
Die  Vertreter  der  organisierten  Land-  und  Forstarbeiter  sind  heute  genötigt, ­
  eine  letzte  eindringliche  Warnung  an  das  land-  und  forstwirtschaftliche
Unternehmertum  zu  richten,  das  in  seinem  alten  Herrenstolz  fortfährt,  die
einfachsten  Meilschenrechte  der  Arbeiterschaft  auf  dem  Lande  zu  mißachten.
Sie  erklären,  niemals  die  Hand  dazu  bieten  zu  wollen,  die  Ernährung  des
deutschen  Volkes  zu  gefährden,  und  unter  voller  Wahrung  des  ihnen  wie
der  übrigen  Arbeiterschaft  verfassungsmäßig  zugestandenen  Rechtes  der  Mitbestimmung ­
  im  Arbeits-  und  Produktionsprozeß  am  Wiederaufbau  unserer
Volkswirtschaft  mitzuarbeiten.  Sie  müssen  aber  jede  Verantwortung  dafür
ablehnen,  wenn  durch  die  von  einem  Teil  der  heutigen  Besitzer  des  landwirtschaftlichen ­
  Bodens  betriebene  Katastrophenpolitik  das  deutsche  Volk  in  seiner
Ernährung  noch  mehr  als  bisher  gefährdet  werden  sollte.
            
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