Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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  und  Unternehmergewinn.  >57
ertrages.  Das,  was  nach  Abzug  der  Produktionskosten  und
des  Unternehmerlohns  vom  Rohertrag  übrig  bleibt,  ist  der
Unternehmergewinn;  er  allein  ist  spezifisch  für  den
Unternehmer,  während  Lohn,  Zins,  Grundrente  auch  anderen
Personen  zufallen  können.  Der  Unternehmergewinn  ist  nach  von
Mieser,  der  allerdings  dem  Moment  der  Risikotragung  wohl
nicht  den  genügenden  Einfluß  einräumt,  aus  dem  Seltenheitscharakter ­
  der  spezifischen  Unternehmerfähigkeiten  zu  erklären.  Bei
der  Leitung  der  meisten  „Unternehmungen"  kommen  diese  (Eigen«
schäften  gar  nicht  in  Frage.  Bei  den  mittleren  und  kleinen  Gewerben, ­
  ebenso  in  der  mittleren  und  kleinen  Landwirtschaft
handelt  es  sich  vielmehr  um  die  Ausübung  überkommener  Arbeitskunst. ­
  Demgemäß  ist  auch  in  diesen  Fällen  kein  Unternehmergewinn ­
  vorhanden,  sondern  nur  Arbeits-  und  allenfalls  Unternehmerlohn. ­
  Die  (Entwicklung  geht  regelmäßig  so,  daß  starke
Persönlichkeiten  hochgespannte  Führeraufgaben  lösen;  dadurch
werden  ihre  Unternehmungen  groß,  pat  sich  das  Unternehmen
konsolidiert,  ist  es  auf  einen  Beharrungszustand  gekommen,  so
schwindet  der  Unternehmergewinn,  wie  es  denn  ein  populär  r
Irrtum  ist,  anzunehmen,  daß  die  großen  Unternehmungen  sich  in
allen  Fällen  besonders  gut  rentierten.  Neuer  Unternehmergewinn
entsteht  erst  wieder  durch  neue  Betätigung  der  spezifischen  Unter»
nehmereigenschaften,  fei  es  in  der  Ausweitung  alter,  fei  es  in  der
Schaffung  neuer  Unternehmungen.  Wenn  wir  die  Seltenheit  der
Unternehmerfähigkeiten  erkannt  haben,  sehen  wir  darin  auch  die
Erklärung,  warum  starke  Persönlichkeiten  aus  Kartellen  herausdrängen; ­
  die  Ausnutzung  dieser  ihrer  speziellen  Fähigkeiten  ist
ihnen  durch  den  Kartellzwang,  der  den  Schwachen  stützt,  unterbunden. ­
  So  ist  der  Unternehmergewinn  letzten  Endes  Ausdruck
der  Verschiedenheit  der  Begabung  und  Energie  der  Produktionsleiter ­
  und  bleibt  damht  der  eigentliche  2lntrieb  der  wirtschaftlichen
Entwicklung..

C.  Die  Güterverwendung.
Die  Verteilung  des  Volkseinkommens  ist  die  entscheidende
Voraussetzung  für  die  Güterverwendung.  Das  Einkommen ­
  eines  Volkes  kann,  genau  wie  das  jedes  einzelnen
Privatmannes,  auf  doppelte  Iveife  verwendet  werden:  zur
Neubildung  von  Kapital  auf  dem  lvege  des
Sparens  oder  zur  Befriedigung  der  metnnig*
            
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