Full text: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

so 
Dev Kreislauf der Wirtschaft. 
kann. Auf de? einen Seite handelt es sich um die Gesamtheit 
eben jener Veranstaltungen zum Zwecke der Gütererzeugung, den 
Produktionsmechanismus, wie wir sagen können; auf der 
anderen Seite um die Menschen selbst, denen zuliebe jener 
Mechanismus in Bewegung gesetzt wird. 
Nun ist aber da- Eigentümliche, daß die Menschen in 
einer dopxe.lten Beziehung zur wirtschaft stehen; 
sie sind einmal die letzte Absicht der wirtschaft, tie 
ihrer Bedarssbesriodigung dienen soll; sie sind aber zugleich auch 
die unentbehrlichen Werkzeuge, die belebende Kraft 
des Produktionsmechanismus, der ohne sie tot wäre; ja sie sind 
zu einem sehr wesentlichen Teile, als körperliche und geistige 
Arbeiter, mit diesem Mechanismus identisch. Die Produktion 
dient nicht nur menschlichen Zwecken, sondern-umgekehrt zwingt 
die Produktion die Menschen in ihre Dienste, macht sie aus End 
zwecken zu Mitteln. 
Diese Wechselbeziehungen zwischen Produktion und Mensch 
sind unlösbar; sie können nur in der Form sich ändern. Die 
Mannigfaltigkeit der produktionssormen und ihre Bedeutung so 
wohl für die Güterer^euznng im allgemeinen wie für die 
an der Produktion beteiligten Menschen int besonderen müssen 
wir näher kennen lernen. Die beiden großen wirtschasts Welt 
anschauungen, welche in unserer Zeit im härtesten Kampfe 
ringen, die kapitalistische und die sozialistische, bringen diesen 
Gegensatz, den Kampf zwischen Produkt und Mensch, zum schärf 
sten Ausdruck. 
Fragen wir, wie ein solcher scheinbar unnatürlicher Gegensatz 
sich überhaupt bilden konnte, so kommen wir aus das Problem 
der Einkommensverteilung und der Klassenbildung. Nur die 
Voraussetzung einer ungleichen Einkommensverteilung hat in 
den bisherigen Wirtschaftsformen es ermöglicht, eine Über- unt 
Unterordnung in der wirtschaftlichen Arbeit festzuhalten, wie wir 
sie von den Damm- und pvramidenbauten der Pharaonen bis 
zur modernen Fabrik beobachten können, politische und recht 
liche Bindungen können, wie in der Sklaven- oder Fronhosswirt- 
schast, dieses wirtschaftliche Verhältnis auch äußerlich zum Aus 
druck bringen, cas. sich jedoch auch in einer formal freien und 
gleichberechtigten Gesellschaft durch den Zwang zur Lebens- 
fristung durchsetzt. Das Problem der Verteilung de- 
volkseinkommens nach Maßgabe des Besitzes, der
	        
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