Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Bevölkerungsverhättmsse.

3m  Deutschen  Reiche  ist  die  Zahl  der  Geborenen  (einschließlich ­
  Totgeborenen)  von  42,6  pro  Mille  im  Jahre  (876  aus  28,5
im  Jahre  »915  zurückgegangen,  (von  dem  weiteren  Rückgang
während  des  Arieges  sei  hier  abgesehen.)  Db  rein  physiologische
Gründe  für  diese  Erscheinung  wirksam  sind  oder  der  Wunsch,  die
einmal  erreichte  Lebenshaltung  aufrecht  zu  erhalten,  sieht  noch
nicht  fest;  wahrscheinlich  wirken  Ursachen  beider  Art  zusammen.
Soviel  auch  noch  zur  völligen  Erklärung  der  Tatsachen  der
Bewegung  der  Bevölkerungszahl  fehlen  mag,  wir  bleiben  doch
innerhalb'der  rein  kausalen  Erklärungsversuche  der  Beziehungen
zwischen  Ursache  und  Wirkung.  Darüber  hinaus  —  wenigstens
nach  dem  heutigen  Stande  unseres  Wissens  —  führt  uns  die
letzte  für  uns  wichtige  Tatsache,  die  des  Zahlenverhält-  ,
nisses  derGes  ch'le  ch  t  e  r.  Ls  war  ein  Feldprediger  Friedrichs ­
  des  Großen,  der  spätere  Vberkonsistorialrat  Johann
Peter  Süß  milch,  der  in  seinen  „Betrachtungen  über  digöttliche
  Ordnung  in  den  Veränderungen  des  menschlichen  Geschlechts
  aus  der  Geburt,  dem  Tode  und  der  Fortpflanzung  desselben ­
  erwiesen",  datiert  $74*  auf  dem  Marsche  vor  Schweidnitz,
eines  der  tiefsten  Geheimnisse  des  Lebens  der  Menschheit  nachwies. ­
  Er  zeigte  nämlich,  daß  regelmäßig  auf  je  2\  Knaben
20  Mädchen  geboren  würden,  daß  dann  die  Knaben  rascher  weg-  ^
stürben  und  im  heiratsfähigen  Alter  ein  Gleichgewicht  bestehe,
während  später,  da  die  männliche  Sterblichkeit  weiter  die  stärkere
bleibe,  die  Frauen  überwiegen.  In  der  Tat  werden  auch  heute
noch,  soweit  unsere  bisherigen  Beobachtungen  reichen,  wenn  nicht
besondere  Störungen  vorliegen,  in  der  Regel  iog  oder  l05  Knaben
auf  ;oo  Mädchen  geboren.  In  Deutschland  kamen  auf  je  joo
Mädchengeburten  Knabengeburten  in  den  Jahren

1905  106,5

1908

106,1  1911

106,1

1906  106,0

1909

105,9  1912

106,5

1907  106,5

1910

105,9  1913

106,1-Nach

  der  Volkszählung

vom  1.

Dezember  1900

waren

in  der  2lltersklasse

männlich

weiblich

unter  I  Jahr

.

.  .  825  665

808  440

21—25  Jahren

.

.  .  2  026  096

2  050  280

60—65  „

•  -

.  .  775  857

890  612.

Man  sieht  hier,  in  den  Extremen,  deutlich  den  angegebenen  Verlauf: ­
  ursprünglich  überwiegen  des  männlichen  Geschlechts^  Aus-
            
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