Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Die  Unternehmung.

Großstadt  überhaupt  mit  ihrer  Zusammenxferchung  von  Menschen
in  engen  Straßen,  in  dumpfen  Räumen,  im  tödlichen  Einerlei
verhaßt.  Man  muß  wissen,  wie  sehr  der  Engländer,  ganz  anders
als  der  Deutsche,  die  Natur,  das  Landleben  liebt,  wie  die  reizende
englische  ksügellandschaft,  das  satte  Grün  der  Miesen,  die  Flüsse
und  Berge  diesem  merkwürdig  widerspruchsvollen  Volke  ans
tzerz  gewachsen  sind,  um  sich  vorzustellen,  wie  Ruskins  Ruf  „tziin
aus  aufs  Land"  Widerhall  fand,  wie  weite  Kreise,  bis  tief  in  die
Industrie  hinein,  sich  diesem  Gedanken  hingeben.  Ist  doch  auch
die  Gartenstadt  in  England  erwachsen.  Die  erste  Folge  von
Ruskins  Nlahnruf  jedoch  war  das  Neuerwachen  des  englischen
Aunsthandwerks,  das  sich  seitdem  die  Welt  erobert  hat.  Namentlich ­
  William.Morris,  der  Dichter  und  Maler,  erwarb  sich  hier
die  größten  Verdienste.  Er  ließ  Teppiche  weben  und  Bücher
drucken,  er  schmückte  die  Kirchen  mit  Glasfenstern  und  schmiedete
Metallarbeiten,  wie  die  Welt  sie  lange  nicht  so  schön  gesehen
hatte.  Das  Entscheidende  für  uns  aber  war,  daß  es  wirklich  ein
Kunsthandwerk  blieb,  nicht  etwa  eine  neue  Industrie  wurde.  So
bewahrte  es  die  Schönheit,  die  jedes  Ding  behält,  das  ein  verständiger ­
  und  kunstreicher  Mann  mit  nachdenklicher  Liebe  gemacht ­
  hat.
Diese  allgemeine  Grundstimmung  gegen  die  Massenfabrikation,
gegen  den  Großbetrieb  hätte  freilich  schließlich  doch  nrcht  allzuviel ­
  erreicht,  wenn  nicht  rein  wirtschaftliche  Gründe  hinzugekommen ­
  wären-,  die  in  gleichem  Sinne  sprachen.  Engla>rd  war
früher,  wie  es  sich  selbst  nannte,  die  Werkstatt  der  Welt,  d.  h?
dank  seiner  früheren  wirtschaftlichen  und  technischen  Entwicklung
versorgte  es  wirklich  die  halbe  Welt  mit  Kattunen  und  Messerklingen ­
  und  sonstigen  nützlichen  Dingen.  Die  Alleinherrschaft
Englands  schien  nun  vorbei  zu  sein;  andere  Völker  wollten  auch
ihren  Anteil  an  der  Schüssel  des  Weltmarktes.  Das  waren  in
erster  Linie  die  neuen  großen  Industrieländer  wie  Deutschland
und  -die  vereinigten  Staaten  von  Amerika.  Aber  damit  nicht
genug;  auch  solche  Länder  rühren  sich,  von  denen  man  zuversichtlich ­
  hoffte,  daß  sie  stets  gehorsam  zahlende  Abnehmer  Englands
bleiben  müßten.  Die  halbtropischen  Länder  entwickeln  eine  eigene
Industrie;  der  getreue  Bundesgenosse  im  fernen  Osten,  Japan,
arbeitet  fieberhaft  und  macht  England  in  Gstasien  schon  eine
recht  bedenkliche  Konkurrenz,  und  jetzt  fängt  sogar  Indien  unter
            
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