Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Unternehmungrformen.

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Wirkungen  ergeben,  daß  es  nicht  airgängig  ist,  jetzt  schon  die
künftige  Entwicklung  unter  den  neuen  Verhältnissen  vorauszusagenwem
  gehören  wohl  eigentlich  diese  Eisengießereien  und
Bergwerke,  diese  Brauereien  und  Bankhäuser?  Nun,  eine  Reihe
von'Namen  sind  bekannt  genug:  die  "Krupp  und  Borsig,  die
Thyssen  rmd  Stinnes,  die  Wertheim,  die  Sedlmayr,  die  Bleichröder ­
  sind  in  aller  Munde.  Dazu  konrmen  jetzt  noch,  wie  in'
England  schon  lange,  hohe  2ldlige;  die  Henckel-Dormersmark  und
Hohenlohe  gehören  zu  unseren  größten  Industriellen.  Aber  es
ist  bezeichnend,  daß  von  diesen  weltberühmten  Namen  einige  nur
noch  scheinbar  ihr  Werk  decken,  das  längst  in  eine  Aktiengesellschaft ­
  übergegangen  ist.  Denn  das  ist  fast  der  gewöhnliche  Verlauf. ­
  3m  Anfang,  solange  die  Verhältnisse  noch  klein  sind,  solange ­
  es  noch  mehr  auf  Tatkraft  und  Unrsicht  ankommt  als  auf.
großes  Kapital,  so  lange  ist  der  einzelne  Mann  als  Geschäftsinhaber, ­
  als  Unternehmer  am  Platze.  Das  galt  ganz  allgemein
noch  von  der  ersten  Hälfte  des  \<).  Jahrhunderts,  dem  Beginn
unserer  wirtschaftlichen  Entwicklung.  Die  Bankhäuser  z.  23.  sind
bis  gegen  $850  alle  von  Einzelnen  gegründet  und  geleitet.  Wächst
dann  das  Unternehmen,  so  glückt  es  nicht  allen,  wie  es  einigen
der  eben  genannten  geglückt  ist,  ihr  Kapital  so  rasch  zu  vermehren,
daß  es  den  gesteigerten  Bedürfitissen  genügt.  Da  wird  denn
fremdes  Kapital  herangeholt,  indem,  man  das  werk,  das  Geschäft
in  eine  Aktiengesellschaft  umwandelt.
Das  wesen  der  A  k  t  i  e  n  g  e  s  e  l  l  s  ch'  a  f  t  liegt  in  der  Kapitalzusammenfassung ­
  und  damit  der  Erhöhung  der  Leistungsfähigkeit
des  zersplitterten  Kapitals  einzelner  kleinerer  oder  sogar
größerer  Besitzer.  Sie  ist  die  eindrucksvollste,  aber  durchaus  nicht  .
die  einzige  Form  einer  Verbindung  mehrerer  zu  einem  Geschäft.
Die  bloße  Kompagnie,  die  offene  und  stille  Kompagnie,  ist
schon  recht  alt.  Daß  aber  die  Weisheit  der  Alten  davon  im
ganzen  nicht  gar  zu  gut  dachte,  beweist  das  Sprichwort:  „Kumpagnie
  ist  Lumperie".  Der  entscheidende  Iknterschied  zwischen
dieser  Kompagnie  und  der  Aktiengesellschaft  ist  die  Tatsache,  daß
bei  der  älteren  Form  es  auf  ein  Zusammenarbeiten  von  Menschen
abgesehen  war,  die  sich  die  Arbeit  teilten  und  sich  mit  ihren  besonderen ­
  Erfahrungen  und  Kenntnissen  ergänzten,  während  die
Aktiengesellschaft  dagegen  nur  ein  Zusammenarbeiten  von  Kapital
bedeutet.  Die  Aktionäre  haben  sich  tatsächlich  der  Leitung  ganz
begeben,  was  bedeutet  es  auch  schließlich,  wenn  man  eine  oder
            
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