97
schon in Rücksicht auf die hierdurch verschlechterte Basis
für die späteren Vertragsverhandlungen — als einen
nicht zu unterschätzenden Nachteil unseres damaligen Verfahrens
an, daß in dem Zolltarifentwurfe die Zollsätze
von etwa 80 Positionen von vornherein freiwillig unter
den bestehenden Vertragstarif herabgesetzt worden sind.
Auch verkenne ich keineswegs, daß die von unserer Industrie
geführten Klagen ihrem historischen Grunde nach
zum guten Teil auf die gegen angemessene Jndustriezölle
gerichtete Gegnerschaft zurückzuführen sind, die sich in der
Zolltarifkommission des Reichstags auf landwirtschaftlicher
Seite ausgebildet hatte, nachdem der Zentralverband
deutscher Industrieller gegen Festlegung von Minimalsätzen
für die Eetreidezölle aufgetreten war. Im Plenum
war der durch diesen Gegensatz angerichtete Schaden bekanntlich
nicht wieder gut zu machen und wurde, wie
erfahrungsmäßig wohl nie anders möglich, im Verlause
der Verhandlungen mit den Vertragsstaaten noch verschärft.
Immerhin verblieb ein im Vergleiche mit dem
früheren Zustand ungleich reicheres Gebäude zweckooller
Tarifpositionen von verfeinerter Abstufung und Gliederung.
Ich wiederhole indessen auch hier das früher Gesagte, das;
— so groß auch der gezeitigte Fortschritt an sich war —
die Vermehrung der Tarifpositionen und die innerhalb
der einzelnen Positionen zum Teile durchgeführte angemessenere
Abstufung der Zollsätze nach Beschaffenheits-Unterschieden
des Zollgutes den klaffenden Wertunterschieden
innerhalb einer und derselben Beschaffenheits-Liffuer,
Zur Wertzollfrafle. 7