diese Kaufkraft auf einen ganz neuen Bedarf verwendet, nicht etwa
nur bisherigen Bedarf Privater ersetzt, sondern, wie in Kriegszeiten
beim Bedarf an Geschützen, Munition und dem ganzen uuzähligen
Kriegsbedarf, mit ganz neuen Bedürfnissen erscheint, auf
deren Befriedigung sich Produktion und Lande! erst einrichten
müssen, um so größer ist die Gefahr, daß die Geldvermehrung zu
Preissteigerungen führt. Auch natürlich wiederum nicht automatisch
oder weil die Verkäufer weniger Vertrauen zum staatlichen Gelde
hätten — die deutschen Beobachtungen im Weltkriege tollten doch
schon hindern, solche sinnlosen Behauptungen aufzustellen —, sondern
allein aus denselben Gründen, aus denen überhaupt Preissteigerungen
zustande kommen, weil die Nachfragenden wegen
größerer Einkommen überhaupt oder wegen dringenderer
Bedürfnisse für gewisse Güter mehr geben können.
Wenn man das erkennt, so ist klar, daß inan nicht unterscheiden kann,
welcher Anteil an den Preissteigerungen zu Beginn des Krieges,
als von Warenknappheit noch keine Rede war, auf die Geldvermehrung,
welcher auf die gestiegene Nachfrage, die Dringlichkeit
des Staatsbedarfs zurückzuführen ist. Denn die Geldvermehr,mg
wirkt nur durch gestiegene Nachfrage. Daß natürlich Schwierigkeiten
in der Ausstellung der Produktion, Mangel an Arbeitskräften
und bald auch an Rohstoffen ebenfalls preissteigernd wirkten, ist
selbstverständlich, und es ist sicher, daß, wenn auch die Militärverwaltungen
anfangs noch so wenig kaufmännisch rechneten, diese Amstände
doch einen sehr viel größeren Anteil an den Preissteigerungen
gehabt haben als die Vermehrung der Geldmenge.
Also auch wenn der Staat seine Zahlungsmittel vermehrt,
erfolgt das kann nicht scharf genug betont werden — die Wirkung
auf die Preise nicht eigentlich durch das Geld, sondern sie erfolgt
auch hier nur durch die Waren, d. h. von der Nachfrageseite
her, indem die künstlich geschaffenen Einkommen stärkere
Nachfrage bedingen und die Preise vieler Güter in die Löhe
treiben. And das kann auch nicht anders sein, denn das Geld ist
nur ein ganz indifferenter Verinittler zwischen den Bedürfnissen
und den letzten Kosten, die nicht Geld, sondern Arbeitsmühe und
Apfer an anderen Gütern find. Alle Veränderungen im Tauschverkehr
können nur durch Veränderungen der grundlegenden Faktoren
Bedürfnisse (Nutzen) und Kosten erfolgen. Das kann nran
freilich nur erkennen und konsequent erklären mit der psychischen
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