Full text : Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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eines  Bohemelebens  durchkosteten  als  fromme  Kaubritter ­
  der  Feder.
An  der  Hand  der  Theologie  hatte  das  sozialwissenschaftliche
  Denken  gehen  gelernt,  aus  ihrer
Hand  löste  es  sich  jetzt.  Nur  einzelne  Autoren  oder
Gruppen  rissen  sich  mit  heftigem  Ruck  los;  für  die
meisten  war  das  ein  langsamer,  ganz  allmählicher
Prozeß.  Theologische  Kontroversen  spielten  noch
während  des  ganzen  18.  Jahrhunderts  eine  sehr  große
Rolle  im  Geistesleben  der  Zeit,  aber  sie  beherrschten
es  nicht  mehr.  Sie  begannen  aus  dem  Zentrum  des
Interesses  wegzurücken  und  aus  dem  Leitmotiv
alles  Denkens  zu  einem  fachlichen  Problemkreis
zu  werden.  Wo  sie  standen,  da  steht  nun  die  Erforschung ­
  der  Natur  des  Menschen,  der  Natur  der
sozialen  Dinge.  Die  Analyse  der  Tatsachen  jedes
Problemgebietes,  wie  sie  die  Erfahrung  darbot,  absorbierte ­
  den  Forscher  mehr  und  mehr,  und  nur  gelegentlich ­
  warf  er  einen,  sei  es  sehnsüchtigen,  sei  es
scheuen,  sei  es  zornvollen  Blick  auf  die  große  Mutterwissenschaft, ­
  deren  Konturen  in  nebelhaften  Fernen
zu  verschwimmen  begannen.  Er  mochte  noch  etwa
seinen  Resultaten  oder  seinen  Ausgangspunkten
Worte  des  Glaubens  hinzufügen,  in  ähnlicher  Weise,
wie  das  in  der  Naturwissenschaft  noch  Newton  tat;
im  Laufe  seines  Gedankenganges,  in  der  eigentlichen
Forschungsarbeit,  ließ  er  sich  dadurch  nicht  beeinflussen. ­
  Da  argumentierte  er  aus  der  Sache  selbst
heraus,  da  suchte  er  in  den  sozialen  Dingen  selbst
ihre  Erklärung,  da  arbeitete  er,  kurz  gesagt,  wissenschaftlich. ­

            
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