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nachgibt, verliert man das Gleichgewicht, wird man
fortgerissen durch die Kraft des eigenen Impulses
über die Grenzen hinaus, innerhalb welcher der Impuls
Sinn hatte. Ist dann noch ein Wissensgebiet
jung, so daß es auf ihm keine feste Arbeitsteilung und
keine gefestigten Grundanschauungen gibt, sondern
alles durcheinanderläuft, so muß das jedesmal unverhältnismäßig
starke Erschütterungen hervorrufen.
Liegt endlich die Sache so, daß die verschiedenen
Richtungen an Geister verschiedener Anlage appellieren,
so daß der Einzelne sich einer anderen als
der seinen Richtung gar nicht zu wenden will, so ist
natürlich die Sache besonders bös.
Zu diesen Momenten kommt noch ein fünftes,
das am wenigsten erfreuliche: Eitelkeit und Ungenerosität
vergrößern die Kluft zwischen den einzelnen
Marksteinen des wissenschaftlichen Weges
mehr als nötig. Ich muß dieses Moment erwähnen,
aber ich brauche glücklicherweise nicht dabei zu
verweilen. Ich darf sogar einen mildernden Umstand
anführen: Keuchend ringt sich jeder zu seinem
Standpunkt durch. Er kommt dazu meist im Kampf
mit anderen Ansichten — und oft mit den schlimmsten
Entstellungen dieser Ansichten — und wird sich
seines Standpunkts oft schon in der Form eines
Gegensatzes zu anderen bewußt. Und wenn er dann,
voll Freude über das, was er gefunden zu haben
glaubt und noch warm vom Kampf zur Feder greift,
so darf man ihn vielleicht nicht ohne weiteres verurteilen,
wenn er seine Ansicht zur „herrschenden“
zu machen und die anderen zu vernichten sucht,