Kulturinstilute, Wissenschaft, Literatur, Kunst 56
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Geschichtsquellen sammeln und drucken lassen. Das Hauptwerk
hierfür bildet die Sammlung des Bukowiners E. v. Hormuzaki.
Auch ein sprachwissenschaftliches Sammelwerk ist in der Ausarbei
tung begriffen. Endlich ist man in Rumänien auch um die Archäo
logie im eigenen Lande eifrig bemüht.
Die rumänische Literatur ist teils Volks-, teils Buch
literatur. Die Volksliteratur ist weitaus die ältere und ent
hält einen ganzen Schatz wundervoller Volkslieder und Märchen.
Sie wurden erst seit 1840, hauptsächlich von V. Alerandri, Jspri-
rescu und Creanga, gesammelt.
Die Buchliteratur beginnt im sechzehnten Jahrhunderte mit
Kirchenbüchern und Chroniken. Seit 1640 kommen rumänische
Übersetzungen slavischer Kirchenbücher teils im Manuskript, teils in
Druck vor. Die ältesten Manuskripte sind: der „Codicele vorone^ean"
ein im Bukowiner Kloster Voroneh gefundenes Fragment aus dem
Apostol, welches als das älteste rumänische Sprachdenkmal gilt und
eine archaische Sprache ausweist; die fast ebenso alte „Psaltirea
§cheianä", der,, Leviticul", ein Fragment aus dem Jahre 1660, der
„Evangeliar" des Radu Gramaticul und der „Codex sturdzanus".
Besondere Bedeutung kommt der von Hajdäu unter dem Titel
„Ouveute den batrani" publizierten Sammlung uralter Urkunden
zu, aus denen besser als aus den übersetzten Kirchenbüchern die
Phonetik, die Morphologie und derWortschatz der rumänischen Sprache
zu erkennen sind. Im siebzehnten Jahrhundert dringt die rumänische
Sprache in den Staats- und Kirchendienst ein, werden die ersten ru
mänischen Druckereien errichtet und die ersten Gesetzsammlungen in
rumänischer Sprache veröffentlicht. Aus derselben Zeit datieren
auch die ersten Chroniken. Die älteren sind anonym, die jüngeren stam
men von Urechie, Miron und Neculai Costin, Arente Uricariul,
R. Ereceanu, M. Mora und Constantin Capitanul und behandeln
die Geschichte der Donaufürstentümer von der Zeit ihrer Ent
stehung an meist bis zu den Tagen des betreffenden Geschicht
schreibers. Im achtzehnten Jahrhunderte bleibt die Literatur in
den Fürstentümern wegen des immermehr überwiegenden griechi
schen Einflusses so gut wie unfruchtbar; einen desto größeren Auf
schwung nimmt sie in Siebenbürgen infolge der Vereinigung der
dortigen rumänischen Kirche mit der römischen. Die in Rom er
zogenen rumänischen Prälaten Jnoncenciu Micul-Klein, P. P. Aron,
Erigori Maior, in deren Spuren die Schriftsteller S. Micul, Hincai
und P. Maior treten, verbreiten und vertiefen durch zahlreiche
Schriften die Kenntnis der rumänischen Sprache und fördern das
Studium der rumänischen Geschichte. Anfangs des neunzehnten
Jahrhunderts greift die von ihnen ins Leben gerufene Bewegung