Full text : Fortschritt und Armut

Kap.  III.

Der  Zins  und  dessen  Ursache.

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Tausches  ist  so  gut  wie  das  Produkt  des  Ackerbaues  das  Produkt  der
Arbeit;  dennoch  wirkt  in  dein  einen  wie  in  dem  anderen  Falle  eine
andere  Kraft  mit  der  Arbeit  zusammen,  die  es  unmöglich  macht,  das
Resultat  lediglich  durch  die  aufgewendete  Summe  von  Arbeit  zu  messen,
die  vielmehr  den  Kapitalbetrag  und  die  Zeit,  während  welcher  er  in
Verwendung  ist,  zu  integrierenden  Teilen  in  der  Summe  der  Kräfte
macht.  Das  Kapital  hilft  der  Arbeit  in  allen  verschiedenen  Arten  der
Produktion;  es  besteht  jedoch  ein  Unterschied  zwischen  den  Beziehungen
beider  in  den  Produktionsarten,  die  nur  in  Form-  oder  Grtsveränderung
des  Stoffes  bestehen,  wie  das  Bretterhobeln  oder  Kohlengraben,  und
den  Produktionsakten,  die  sich  die  reproduktiven  Raturkräste  oder  aber
die  Vermehrungsfähigkeit  zunutze  machen,  welche  aus  Unterschieden
in  der  Verteilung  der  Natur-  und  der  Menschenkräfte  entspringt,  wie
der  Getreidebau  oder  der  Austausch  von  Eis  gegen  Zucker.  Bei  der
Produktion  ersterer  Art  ist  die  Arbeit  allein  die  wirkende  Ursache,  hört
die  Arbeit  auf,  so  hört  auch  die  Produktion  aus.  Legt  der  Zimmermann
mit  Sonnenuntergang  seinen  pobel  hin,  so  hört  die  Wertvermehrung
auf,  die  er  mit  demselben  schafft,  bis  er  seine  Arbeit  am  nächsten  Morgen
wieder  beginnt.  Läutet  die  Glocke  der  Fabrik  zum  Feierabend,  wird
das  Bergwerk  geschlossen,  so  endet  die  Produktion,  bis  die  Arbeit  wieder
ausgenommen  wird.  Die  Zwischenzeit  könnte,  soweit  die  Produktion
in  Betracht  kommt,  ebensogut  ausgelöscht  werden.  Das  verstreichen
der  Tage,  der  Wechsel  der  Jahreszeiten  ist  kein  Element  der  Produktion,
die  allein  von  der  Summe  der  aufgewendeten  Arbeit  abhängt.  Zn  den
anderen  Produktionsakten  jedoch,  die  ich  erwähnt  habe  und  in  denen
der  Anteil  der  Arbeit  den  Verrichtungen  der  polzfäller  verglichen  werden
kann,  die  ihre  Stämme  in  den  Strom  werfen  und  sie  von  demselben
bis  zum  wehr  der  Sägemühle  viele  Meilen  Hinuntertreiben  lassen,  ist
die  Zeit  ein  Element.  Die  Aussaat  keimt  und  sproßt  im  Boden,  ob  der
Sandmann  schläft  oder  neue  Felder  pflügt,  und  nimmer  ruhende  Strömungen ­
  der  Luft  und  des  Ozeans  führen  whittingtons  Katze  zu  dem  von
Gatten  gequälten  Herrscher  der  Fabel.
Kehren  wir  nun  zu  Bastiats  Beispiel  zurück.  Es  ist  klar,  daß,  wenn
ein  Grund  vorhanden  ist,  warum  Wilhelm  am  Schluß  des  Zahres  an
Zakob  mehr  als  einen  gleich  guten  Pobel  zurückgeben  muß,  derselbe
nicht,  wie  Bastiat  meint,  in  der  durch  den  Pobel  verliehenen  größeren
bllacht  liegt,  denn  dies  ist,  wie  ich  gezeigt  habe,  kein  Element;  sondern
derselbe  entspringt  aus  dem  Element  der  Zeit  —  dem  Unterschiede
Eines  Zahres  zwischen  dem  Leihen  und  Zurückgeben  des  Pöbels.  Beschränkt ­
  man  die  Betrachtung  auf  dies  Beispiel,  so  zeigt  nichts  darin
he  Wirkung  dieses  Elementes,  denn  ein  pobel  hat  am  Ende  eines  Zahres
EMen  größeren  wert  als  zu  Anfang  desselben.  Denken  wir  uns  aber
nn  Stelle  des  Pöbels  ein  Kalb,  so  ist  klar  ersichtlich,  daß,  um  Zakob  ebeniFSut
  zu  stellen,  als  wenn  er  nicht  dargeliehen  hätte,  Wilhelm  ihm  am
nde  des  Jahres  kein  Kalb,  sondern  eine  Kuh  zurückgeben  muß.  Oder
George,  Fortschritt  und  Armut.  ;0
            
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