Full text : Fortschritt und Armut

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Die  Gesetze  der  Verteilung.

Buch  III.

welche  den  Lohn  herabdrückt.  Könnte  der  Lohn  in  willkürlicher  weise
niedergedrückt  werden,  wie  es  bisweilen  durch  gesetzliche  Maßnahmen
versucht  worden  ist,  so  würden  die  ärmeren  Minen  nicht  bearbeitet
werden,  solange  reichere  bearbeitet  werden  können,  würde  hingegen
die  Grenze  der  Produktion  willkürlich  niedergehalten,  wie  es  z.  B.
der  Fall  sein  könnte,  wenn  die  höheren  Naturoorteile  in  den  fänden
solcher  Besitzer  wären,  welche  lieber  auf  weitere  Wertsteigerung  warteten,
als  ihre  Ausbeutung  jetzt  zu  gestatten,  dann  würderüdie  Löhne  notwendig
fallen.
Der  Beweis  ist  vollendet.  Das  Gesetz  der  Löhne,  das  wir  so  erlangt ­
  haben,  ist  das,  welches  wir  vorher  als  Korrelat  des  Rentengesetzes
erhielten,  und  es  stimmt  vollständig  mit  dem  Gesetz  des  Zinses  überein.
Ts  lautet:
Die  Löhne  hängen  von  der  Grenze  der  Produktion ­
  oder  von  dem  Produkt  ab,  welches  die
Arbeit  bei  dem  höchsten,  ihr  ohne  Zahlung  von
Grundrente  zugänglichen  Punkte  erzielen  kann.
Dies  Lohngesetz  bringt  in  Einklang  und  erklärt  allgemeine  Tatsachen, ­
  die  ohne  dessen  Verständnis  zusammenhanglos  und  widersprechend ­
  scheinen  würden.  Es  ergibt  sich  aus  demselben  folgendes:
wo  der  Grund  und  Boden  frei  und  die  Arbeit  durch  das  Kapital
ununterstützt  ist,  wird  der  ganze  Ertrag  der  Arbeit  als  Lohn  zufallen.
wo  der  Grund  und  Boden  frei  und  die  Arbeit  durch  das  Kapital
unterstützt  ist,  da  wird  der  Lohn  aus  dem  ganzen  Ertrag  bestehen,  abzüglich ­
  jenes  Teils,  der  nötig  ist,  um  zur  Anhäufung  von  Arbeit  zu
Kapital  zu  reizen.
wo  der  Grund  und  Boden  dem  Einzelbesitz  unterworfen  ist  und  die
Grundrente  entsteht,  da  wird  der  Lohn  bestimmt  werden  durch  das,
was  die  Arbeit  aus  den  höchsten,  ihr  ohne  Zahlung  von  Rente  offem
stehenden  Naturvorteilen  zu  erzielen  vermag.
wo  die  Naturvorteile  alle  monopolisiert  sind,  da  kann  der  Lohn
durch  die  Konkurrenz  unter  den  Arbeitern  auf  das  Minimum  gedrückt
werden,  bei  welchen  dieselben  sich  noch  fortpflanzen  können  und  wollen.
Dies  notwendige  Lohnminimum  (welches  von  Smith  und  Ricardo
der  Punkt  des  „natürlichen  Lohns"  genannt  wird,  und  das  Mill  als  den
Regulator  des  Lohns  ansieht,  der  höher  oder  niedriger  steht,  je  nachdem
die  Arbeiterklassen  sich  bei  einem  höheren  oder  niedrigeren  Stande
des  Wohlseins  fortpflanzen  können  und  wollen)  ist  jedoch  in  dem  Lohngesetz,
  wie  wir  es  eben  formuliert  haben,  mitenthalten,  da  offenbar
die  Grenze  der  Produktion  nicht  unter  den  Punkt  fallen  kann,  bei  dem
noch  ein  hinreichender  Lohn  bleibt,  um  die  Erhaltung  der  Arbeitskraft
zu  sichern.
Gleich  Ricardos  Rentengesetz,  dessen  Korrelat  es  ist,  trägt  dies
Lohngesetz  seinen  Beweis  in  sich  und  wird  durch  das  bloße  Aussprechen
selbstverständlich.  Denn  es  ist  nur  eine  Anwendung  der  zentralen  Wahr-
            
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