Full text : Fortschritt und Armut

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Die  Gesetze  der  Verteilung.

Buch  m.

Arbeits-  und  Kapitalaufwand  auf  dem  ärmsten  in  Benutzung  befindlichen
Lande  erzielten  Ertrag  hinausgeht,  als  Rente  zu  beanspruchen  vermag.
Die  Harmonie  und  das  Ineinandergreifen  der  Verteilungsgesetze,
wie  wir  sie  jetzt  aufgefaßt  haben,  steht  in  auffälligem  Kontrast  zu  dem
Mangel  an  Harmonie,  der  diese  Gesetze,  wie  sie  von  der  herrschenden
Rationalökonomie  dargestellt  werden,  charakterisiert.  Stellen  wir  sie
einander  gegenüber:

Die  gewöhnliche  Darstellung.
Die  Grundrente  hängt  von  der
Grenze  des  Anbaues  ab,  steigt  wie
die  letztere,  finkt  und  sinkt,  wie
jene  steigt.
Der  Lohn  hängt  von  dem  Verhältnis ­
  zwischen  der  Arbeiterzahl
und  dem  Betrage  des  ihrer  Beschäftigung ­
  gewidmeten  Kapitals
ab.
Der  Zins  hängt  von  der  Ausgleichung ­
  zwischen  Angebot  und
Nachfrage  des  Kapitals  ab;  oder,
wie  vom  Gewinn  behauptet  wird,
vom  Arbeitslohn  (oder  dem  preis
der  Arbeit),  steigt  wie  der  Lohn
finkt  und  sinkt,  wie  der  Lohn  steigt.

Die  richtige  Darstellung.
Die  Grundrente  hängt  von  der
Grenze  des  Anbaues  ab,  steigt  wie
die  letztere  sinkt  und  sinkt,  wie
jene  steigt.
Der  Lohn  hängt  von  der  Grenze
des  Anbaues  ab,  sinkt  wie  letztere
sinkt  und  steigt,  wie  jene  steigt.

Der  Zins  hängt  (da  sein  Verhältnis ­
  zum  Lohn  durch  die  dem
Kapital  innewohnende  Netto-Zunahmefähigkeit
  bestimmt  wird)  von
der  Grenze  des  Anbaues  ab,  sinkt
wie  letztere  sinkt  und  steigt,  wie
jene  steigt.

Zn  der  herrschenden  Darstellung  haben  die  Gesetze  der  Verteilung
keinen  gemeinschaftlichen  Mittelpunkt,  keine  gegenseitige  Verbindung;
sie  sind  nicht  die  ineinandergreifenden  Teile  eines  Ganzen,  sondern
Maßstäbe  verschiedener  Eigenschaften.  Zn  der  von  uns  gegebenen
Darstellung  entspringen  sie  einem  einzigen  Punkte,  stützen  und  ergänzen
sich  einander  und  bilden  die  ineinandergreifenden  Teile  eines  vollkommenen ­
  Ganzen.

Kapitel  VIII.
Das  Gleichgewicht  des  Problems  ist  auf  diese  Weise  erklärt.
Mir  haben  jetzt  eine  klare,  einfache  und  zusammenhängende  Theorie
der  Güterverteilnng  erhalten,  die  mit  den  ersten  Prinzipien  und  den
bestehenden  Tatsachen  übereinstimmt  und  nur  begriffen  zu  werden
braucht,  um  als  selbstverständlich  zu  erscheinen.
            
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