Full text : Fortschritt und Armut

Kap.  II.

Bevölkerungszunahme  und  Verteilung.

12*

Nehmen  wir  jetzt  an,  die  Bevölkerung  nehme  noch  zu,  aber  zwischen
der  ärmsten  Qualität  des  benutzten  Landes  und  der  nächstfolgenden
sei  der  Unterschied  so  groß,  daß  die  größere  Kraft  der  Arbeit,  die  sich  mit
der  zunehmenden  Bevölkerung,  welche  es  unter  Kultur  bringt,  einsindet,
denselben  nicht  zu  kompensieren  vermag,  so  wird  der  Ulinimalertrag
der  Arbeit  sinken,  die  Renten  werden  steigen  und  die  Löhne  fallen,  nicht
nur  im  Verhältnis,  sondern  auch  absolut.  Aber  wenn  die  Abnahme  in
der  Qualität  des  Landes  nicht  schroffer  ist,  als  wir  uns  füglich  vorstellen
dürfen  und  als  es,  wie  ich  glaube,  je  der  Fall  ist,  so  wird  die  Durchschnittsproduktion ­
  noch  immer  vermehrt  werden,  denn  die  erhöhte  Leistungsfähigkeit, ­
  die  sich  mit  der  zunehmenden  Bevölkerung,  welche  aus  das
geringere  Land  drängt,  einstellt,  teilt  sich  jeder  Art  von  Arbeit  mit,
und  der  Gewinn  aus  den  höheren  Vitalitäten  des  Landes  wird  für
die  verminderte  Produktion  auf  den  zuletzt  in  Angriff  genommenen
Qualitäten  mehr  als  Ersatz  bieten.  Die  gesamte  Güterproduktion  wird
im  Vergleich  zum  gesamten  Arbeitsauswande  größer  sein,  obschon  ihre
Verteilung  ungleicher  sein  wird.
So  bewirkt  die  Bevölkerungszunahme  die  Ausdehnung  der  Produktion ­
  auf  niedrigere  natürliche  Niveaus  und  damit  eine  Steigerung
der  Rente  und  eine  relative  Perabsetzung  des  Lohns,  während  sie  den
Tohn  der  Quantität  nach  (absolut)  vermindern  kann  oder  auch  nicht;
dagegen  kann  sie  selten  oder  nie  die  gesamte  Güterproduktion  im  Vergleich ­
  zum  gesamten  Arbeitsaufwands  vermindern,  sondern  steigert  sie
Kit  Gegenteil  und  zwar  häufig  bedeutend.
Während  aber  so  die  Bevölkerungszunahme  die  Rente  durch  Verengerung ­
  der  Anbaugrenze  erhöht,  ist  es  ein  Irrtum,  dies  als  den  einzigen
^Nodus  anzusehen,  wodurch  die  Rente  steigt,  je  nachdem  die  Bevölkerung ­
  zunimmt.  Die  zunehmende  Bevölkerung  steigert  die  Rente,  ohne
die  Anbaugrenze  zu  verengern,  und  steigert  sie  (trotz  der  Behauptungen
Ktm  Schriftstellern  wie  McEulloch,  welcher  versichert,  daß  die  Grundrente ­
  nicht  entstehen  würde,  wenn  es  eine  unbegrenzte  Menge  gleich
3uten  Landes  gäbe)  ohne  Rücksicht  aus  die  natürlichen  (Qualitäten  des
Landes,  denn  die  erhöhten  Kräfte  des  Zusammenwirkens  und  des  Austausches, ­
  welche  sich  mit  der  Bevölkerungszunahme  einstellen,  wiegen
erhöhte  Bodenkraft  auf,  ja,  wir  können  wohl  ganz  eigentlich  sagen,
sie  verleihen  dem  Boden  eine  größere  Leistungsfähigkeit.
^Ich  meine  nicht  bloß,  daß  die  größere  Leistungsfähigkeit,  die  sich
Zunahme  derBevölkerung  einstellt,  der  gleichenArbeit  einen  größeren,
höhere  natürliche  Kräfte  des  Bodens  ausgleichenden  Ertrag  gibt,  wie  es
auch  verbesserte  Methoden  oder  Werkzeuge  der  Produktion  tun,  sondern
^^ch,  daß  sie  der  aus  den  Grund  und  Boden  angewiesenen  Arbeit
EUle  größere  Kraft  verleiht,  die  nicht  der  Arbeit  im  allgemeinen,  sondern
^ur  der  auf  bestimmtes  Land  angewiesenen  Arbeit  innewohnt,  und  die
EM  Lande  ebenso  anhaftet,  wie  jede  andere  Eigenschaft  des  Bodens,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.