Full text : Fortschritt und Armut

188

Materieller  Fortschritt  und  Verteilung.

Buch  IV.

zu  verschaffen,  so  wird  eine  Verbesserung,  die  seine  Fähigkeit,  Nahrungsmittel ­
  hervorzubringen,  vermehrt,  auch  seine  Fähigkeit,  sich  Kleider
und  Gbdach  zu  verschaffen,  erhöhen.  Wenn  sein  Wunsch  nach  mehr  und
besserer  Nahrung  und  sein  Wunsch  nach  mehr  und  besseren  Kleidern
und  Obdach  gleich  wären,  so  würde  eine  Verbesserung  auf  dem  einen
Arbeitsgebiete  genau  gleichbedeutend  fein  mit  einer  gleichen  Verbesserung ­
  auf  dem  anderen.  Wenn  die  Verbesserung  die  Kraft  feiner  Arbeit
zur  Ljervorbringung  von  Nahrungsmitteln  verdoppelte,  so  würde  er
ein  Drittel  weniger  Arbeit  auf  die  Produktion  von  Nahrungsmitteln
und  ein  Drittel  mehr  auf  die  Beschaffung  von  Kleidern  und  Obdach
verwenden,  verdoppelte  die  Verbesserung  seine  Kraft,  sich  Kleider
und  Obdach  zu  verschaffen,  so  würde  er  ein  Drittel  weniger  Arbeit
auf  die  Versorgung  mit  diesen  Dingen  verwenden  und  ein  Drittel  mehr
auf  die  Produktion  von  Nahrungsmitteln.  In  jedem  Falle  würde  das
Resultat  das  gleiche  sein:  er  wäre  imstande,  mit  derselben  Arbeit  ein
Drittel  mehr  an  Ouantität  oder  Oualität  all  der  von  ihm  gewünschten
Dinge  zu  erlangen.
Und  so  erhöht,  wo  die  Produktion  mit  Teilung  der  Arbeit  zwischen
den  einzelnen  betrieben  wird,  die  Zunahme  der  Fähigkeit,  eins  der  von
den  gesamten  Produzenten  gesuchten  Dinge  hervorzubringen,  die  Fähigkeit, ­
  andere  zu  erhalten,  und  wird  die  Produktion  der  anderen  in  einem
Umfange  vermehren,  der  durch  das  Verhältnis  der  Arbeitsersparnis
zur  Gesamtsumme  der  aufgewendeten  Arbeit  und  durch  die  relative
Stärke  der  Bedürfnisse  bestimmt  wird.  Zch  kann  mir  keinerlei  Güter
vorstellen,  nach  denen  die  Nachfrage  durch  Ersparnisse  in  der  für  die
Erzeugung  anderer  erforderlichen  Arbeit  erhöht  werden  würde.  Leichenwagen ­
  und  Särge  sind  als  Beispiele  von  Dingen  angeführt  worden,
nach  denen  die  Nachfrage  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  nicht  zunehmen
werde,  allein  dies  ist  nur  bezüglich  der  Ouantität  richtig.  Daß  die  größere
Kraft  des  Angebots  eine  Nachfrage  nach  kostspieligeren  Leichenwagen
und  Särgen  herbeiführen  würde,  kann  niemand  bezweifeln,  der  darauf
geachtet  hat,  wie  stark  der  Wunsch  ist,  den  Toten  durch  kostbare  Leichenbegängnisse ­
  Achtung  zu  bezeugen.
Auch  ist  die  Nachfrage  nach  Nahrungsmitteln  nicht  beschränkt,
wie  in  den  nationalökonomischen  Räsonnements  häufig,  aber  irrtümlich ­
  angenommen  wird.  Ulan  spricht  häufig  von  den  Unterhaltsmitteln,
als  ob  sie  eine  feststehende  Ouantität  wären;  dies  sind  sie  aber  nur  insofern, ­
  als  sie  ein  bestimmtes  Minimum  haben.  Weniger  als  eine  gewisse
Menge  wird  keinen  Menschen  am  Leben  erhalten,  und  weniger  als  eine
etwas  größere  Menge  wird  keinen  Menschen  bei  guter  Gesundheit  erhalten. ­
  Aber  über  dieses  Minimum  hinaus  können  die  Unterhaltsmittel,
welche  ein  Mensch  verbrauchen  kann,  fast  ins  Unbestimmte  vermehrt
werden.  Adam  Smith  sagt  und  Ricardo  unterschreibt  es,  daß  das  verlangen ­
  nach  Nahrung  in  jedem  Menschen  durch  die  geringe  Aufnahmefähigkeit ­
  des  menschlichen  Magens  beschränkt  werde;  aber  dies  ist  offenbar
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.