Full text: Wirtschaft als Leben

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,Die Herrschaft des Wortes“, 
Hinsicht scheinbar eine Parodie finden; in Wahrheit wäre da wie dort 
auf gleiche Art gesündigt. Es erweist sich eben, daß der Vorsprung, 
den für unseren geistigen Blick der Gesichtspunkt der „Not“, der 
„Macht“ zweifellos besitzt, rein praktisehen Gehaltes ist. Es unter 
liegt ihm kein theoretischer Ernst. Daher mangelt jenen Gesichts 
punkten, die für die Gemeine Meinung ganze Wissenschaften ins Leben 
rufen, schon für ihren eigensten Teil alles Recht, unserer Erkenntnis 
die Wege zu weisen. Jene Scheidung aber, zwischen dem „Wirtschaft 
lichen“ und dem „Gesellschaftlichen“, bekommt noch eine weitere 
schlechte Note. Nicht allein, daß es mit dem wechselnden Hervortreten 
bald der notbedungenen, bald der machtbedingenden Zusammenhänge 
recht windig bestellt ist — weil da bloß für unser Denken hervortritt, 
was an sich selber Eines ist. Auch die Anhaltspunkte dieses Wechsels, 
eben „Not“ und „Macht“, erscheinen mehr als schwankende, denn als 
ruhende Pole in der Zusammenhänge Flucht. Wenn also die frag 
lichen „Gebiete“ überhaupt nur Kinder einer Auffassung sind, so er 
hellt die Fragwürdigkeit der letzteren auch darin, daß schon die Väter, 
„Not“ und „Macht“, nichts weniger sind als pupillarsicher. In dieser 
verdächtigen Art besondert sich das „Wirtschaftliche“ und das „Gesell 
schaftliche“. Arme Welt des Handelns, die gar nur auf dem einen 
dieser gichtbrüchigen Beinchen stehen soll! 
XV. 
Lange genug habe ich die Denkweise, die hinter dieser Scheidung 
steht, als eine schülerhafte gebrandmarkt, um es nicht wieder hervor 
zuheben, daß sie der lebensvollen Nationalökonomie 
unserer Tage fremd bleibt; im entscheidenden Sinne, in bezug 
auf die Forschung, und unbeschadet jener Wendung gegen die „Volks 
wirtschaft“, die noch erläutert wird. Zur Steuer des guten Rechtes 
und des rechten Verständnisses dieser Wissenschaft erscheinen derlei 
Erörterungen mehr als geboten; aber für den Forscher sind nur Eulen 
nach Athen getragen. Die nationalökonomische Forschung hat der 
generalisierenden Abstraktion entsagt; damit hat sich in ihr die eine 
Kinderkrankheit der schildernden Wissenschaft überwunden; die andere 
damit, daß sie nicht minder der isolierenden Abstraktion entsagt hat, 
mit der Abkehr von jener verdächtigen Scheidung. Und so bewährt 
sich die Nationalökonomie als der treibende Stamm, inmitten des 
ganzen Gestrüppes der „Wissenschaften“, die auf dem gleichen Nähr 
boden aufgeschossen sind, zum großen Teil übrigens zugleich a ' s
	        
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