32
,Der Wertgedanke“,
weisen, so bestechend er dem Wortlaute nach auch klingen mag. Er
findet eben nur einen scheinbaren Rückhalt an der Tatsache, daß eine
Anzahl von Theoretikern den Gegenstand, den sie durch ihren „Beitrag
zur Wertlehre“ zu erledigen suchen, unter dem Ausdrucke „wirtschaftlicher
Wert“, oder auch „wirtschaftlicher Güterwert“ einführen.
Der Einwand selber spitzt sich zur Behauptung eines ausschließenden
Gegensatzes zu: Nicht „Wert“, sondern „wirtschaftlicher Wert“
soll jenes Singularobjekt besagen, und demgemäß sei auch die Fassung
des fraglichen Gedankens abzuändern!
Nun habe ich diesem Gedanken seine Fassung nicht auf gut Glück
gegeben, sondern auf dem Wege von Schlüssen, die für sich jederzeit
überprüfbar sind; auch ist für die angegriffene Fassung auf der tatsächlichen
Grundlage wissenschaftlicher Belege der Beweis angetreten
worden. Wenn nun jener Einwand dagegen aufkommen wollte, so darf
er nicht bloß die leere Formel eines Einwandes sein, keine wortschale
Ausflucht, die nur für den ersten Anschein an gewissen, bisher unerwähnten
Tatsachen ihren Rückhalt findet; er muß vielmehr seinem
Sinne nach ein gültiger Einwand sein. Das letztere ist er aber nur
unter zwei Bedingungen: Erstens muß das Verhältnis dessen, was je
einer der beiden, im Einwande gegensätzlich verwendeten Ausdrücke
besagen will, zueinander ein logisch geklärtes sein; und
zweitens muß dieses Verhältnis in dem Sinne ein logisch geklärtes
sein, um die gegensätzliche Verwendung der beiden Ausdrücke
„Wert“ und „wirtschaftlicher Wert“, wie sie bei jenem Einwande erfolgt,
zu rechtfertigen.
Was nun die erste Bedingung anbetrifft, so kann man sagen: Wer
jenen Einwand stellen will, darf sich keinesfalls auf die tatsächlichen
Verhältnisse in der „Wertlehre“ berufen. Denn in der letzteren ist das
Verhältnis dessen, was unter „Wert“ gemeint wird, zu dem, was unter
„wirtschaftlicher Wert“ gemeint wird, eben kein logisch geklärtes,
vielmehr ein höchst dunkles und verworrenes.
Der Ausdruck „wirtschaftlicher Wert“ wird der Forschung erst
verhältnismäßig spät geläufig. Es war wohl insbesondere Schäffle,
der ihn mundgerecht machte. So spricht auch Meng er noch schlechthin
von „dem Werte“, und erst bei v. Böhm und v. Wies er, die
sich doch für des ersteren Werkfortsetzer halten, erscheint der Ausdruck
„wirtschaftlicher (Güter-) Wert“; was, nebenbei gesagt, einen
unmotivierten und ungeklärten Übergang besagen will, der für das Behauptete
sehr kennzeichnend ist.
Es sind nur wenige Theoretiker, welche das unter diesen beiden
Ausdrücken Gemeinte in ein klar bestimmtes Verhältnis zueinander