Full text: Wirtschaft als Leben

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.Freiheit vom Worte“, 
„Güterlehre“ zu reden, und wird nicht müde, ihn besonders gern in 
der Richtung jener oberflächlichen Redensart vom „Gebrauchswert“ 
zu suchen, die gerade Adam Smith so erquicklich geringschätzig 
beiseite schob, was ihm aber zum Ruhm eines Schöpfers der „grund 
legenden Unterscheidung des Wertes“ verholfen hat, o jal Sinnvoll 
aber ist dieses Haschen nach dem „Allpreisgrund“ überhaupt nur 
dann, wenn sich aller Zusammenhang der Wirtschaft „atomistisch“ 
auflöst in ein System tauschmäßig gegeneinander spielender, in Geld 
oder Lustgewinnabsicht vollzogener Handlungen; kurz, wenn man 
unter dem Druck der „klassischen“ Auffassung in aller Wirtschaft 
eitel Erwerb sieht. 
Neuerdings wird eine sogenannte „wertfreie“, das ist auf die 
Werthypothese verzichtende Nationalökonomie unter den Theoretikern 
zur Mode. Nur sehr bedingt gereicht dies dem zur Genugtuung, der 
schon vor fünfundzwanzig Jahren dem Wertwahn öffentlich abgesagt 
hat. Denn hier wird keineswegs der steile Weg der Selbstbesinnung 
beschritten, der unmittelbar herausführt aus der Enge jener rück 
ständigen Auffassung. Man handhabt das bequeme Aushilfsmittel der 
„glücklichen Inkonsequenz“. Durch sie überschlägt sich das grund 
sätzlich falsch eingestellte Denken nach dem Richtigen zurück; man 
treibt also „Purzelbaumerkenntnis“. Für die „Güterlehre“ hat das 
„Wertfreie“ den Sinn, daß sie vorläufig dort ein Loch bekommt, wo 
es inzwischen gar zu auffällig geworden ist, daß etwas „nicht stimme“. 
Für die Theorie als Ganzes sieht sich die Sache anders an. Auf der 
schiefen Bahn der Inkonsequenzen gleitet unsere Theorie vorerst in 
noch tiefere Zerfahrenheit hinab. Das Durcheinander der Wert 
gläubigen steigert sich eben noch durch die Wertverächter. Möglich, 
sogar wahrscheinlich, daß auch hier die Erlösung sich nahe, ist nur 
erst das Chaos da. Vielleicht würde die Läuterung der national 
ökonomischen Theorie schließlich auch im Wege dieser Inkonse 
quenzen eintreten; sie könnte sich sozusagen einschleichen, im Sinne 
eines langsamen Abstreifens schlechter Gewohnheiten. Es liegt aber 
kein Grund vor, dieser tröstlichen Aussicht zuliebe den Kampf um 
die Selbstbesinnung abzubrechen. Nur der Schluß läßt sich daraus 
ziehen, aus diesen Anzeichen vom Eintritt eines unbewußten Läuterungs 
prozesses der Theorie selber, daß es wirklich um gar nichts Großes 
mehr sich dreht. Bloß um einen letzten Gnadenstoß.
	        
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