Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Einwirkung  der  Geldquantität  und  anderer  Faktoren  auf  die  Kaufkraft  usw.  119

geschwindigkeit  und  Umfang  des  Handels.  Diese  Ursachen  und  ihre  Wirkungen ­
  —  die  Preise  —  sahen  wir  durch  eine  Gleichung  verbunden,  welche
wir  die  Yerkehrsgleichung  GU  +  G'U'  =  2p  Q  nannten.  Wir  haben  gefunden, ­
  daß  die  fünf  Ursachen  ihrerseits  selbst  Wirkungen  tiefer  liegender
Ursachen  sind,  welche  völlig  außerhalb  der  Yerkehrsgleichung  liegen,  und
zwar  in  folgender  Weise:  Der  Umfang  des  Handels  wird  erhöht  und  daher
das  Preisniveau  entsprechend  erniedrigt  durch  die  veränderten  Bedürfnisse
des  Menschen,  durch  erhöhte  Spezialisierung  in  der  Industrie  und  durch
Verbesserungen  im  Transportwesen.  Die  Umlaufsgeschwindigkeiten  werden
erhöht  und  das  Preisniveau  zu  einem  Steigen  veranlaßt  durch  Unwirtschaftlichkeit, ­
  durch  Ausnützung  des  Buchkredits  und  durch  beschleunigten
Transport.  Die  Quantität  des  Geldes  wird  erhöht  und  dementsprechend
auch  das  Preisniveau  unmittelbar  durch  den  Import  sowie  das  Prägen  von
Geld,  mittelbar  aber  durch  die  steigende  Produktion  des  Geldmetalls;  durch
den  Bimetallismus,  der  ein  anderes  und  anfangs  billigeres  Geldmetall  einführt, ­
  oder  durch  die  Ausgabe  von  Banknoten  und  anderem  Papiergeld.
Durch  Ausdehnung  des  Banksystems  sowie  die  Ausdehnung  des  Buchkredits ­
  wird  die  Quantität  der  Depositen  erhöht  und  folglich  auch  das
Preisniveau  gesteigert.  Die  entgegengesetzten  Ursachen  bringen  natürlich
entgegengesetzte  Wirkungen  hervor.
So  finden  wir  hinter  den  fünf  Ursachenkomplexen,  welche  einzig  und
allein  die  Kaufkraft  des  Geldes  unmittelbar  bestimmen,  über  ein  Dutzend
mittelbarer  Ursachen.  Wenn  wir  die  Untersuchung  noch  weiterhin  verfolgen ­
  wollten,  so  würden  wir  finden,  daß  sich  die  Anzahl  der  Ursachen  mit
jedem  Stadium  erhöht,  ganz  ähnlich  wie  sich  die  Anzahl  der  Vorfahren ­
  einer  Person  mit  jeder  älteren  Generation  erhöht.  Im  Grunde
genommen  wirken  schließlich  Myriaden  von  Faktoren  auf  die  Kaufkraft
des  Geldes  ein,  doch  wäre  es  weder  möglich  noch  zweckmäßig,  sie  aufzuzählen. ­
  Der  Wert  unserer  Untersuchung  besteht  vielmehr  darin,  das
Problem  durch  eine  klare  Darlegung  der  fünf  unmittelbaren  Ursachen,
durch  die  sich  schließlich  alle  anderen  doch  geltend  machen  müssen,  zu  vereinfachen. ­
  Am  Schlüsse  ebenso  wie  am  Anfang  unserer  Untersuchung  tritt
die  Verkehrsgleichung  als  der  letzten  Endes  entscheidende  Faktor  der  Kaufkraft ­
  des  Geldes  hervor.  An  der  Hand  dieser  Gleichung  sehen  wir,  daß
regelmäßig  die  Quantitätsschwankungen  der  Depositenumlaufsmittel  direkt
mit  denen  des  Geldes  parallel  laufen  und  daß  daher  die  Verhältnisse,  welche
wir  zuvor  als  bewährt  gefunden  haben,  durch  die  Einführung  von  Depositen
nicht  gestört  werden.  Das  heißt,  es  bestätigt  sich,  daß  1.  die  Preise  gleichmäßig ­
  mit  der  Geldquantität  variieren,  sofern  das  Handelsvolumen  und
            
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