Full text : Die Kaufkraft des Geldes

24  Jahren  nach  der  einen  Berechnungsweise  um  ein  Drittel  und  nach  der
anderen  um  die  Hälfte.  Mutmaßlich  war  diese  Steigerung  auf  den  Goldinflationismus, ­
  der  den  berühmten  Goldentdeckungen  in  Kalifornien  im
Jahre  1849  und  in  Australien  in  den  Jahren  1851—1852  folgte,  zurückzuführen. ­
  Die  gleichzeitige  rasche  Entwicklung  des  Bankwesens  trug  trotz
der  andauernden  Zunahme  des  Handels  zum  gleichen  Ergebnis  bei.
4.  Von  1873  bis  1896  trat  ein  Preisfall  ein,  der  wahrscheinlich  in
dem  Nachlassen  der  Goldproduktion  seinen  Grund  hatte.  Außerdem  war
dieses  Fallen  dem  Umstand  zuzuschreiben,  daß  Nationen,  die  sich  zuvor
auf  einer  Silberbasis  befanden,  zur  Goldwährung  übergingen  und  so  Gold
dem  Weltvorrat  entnehmen  mußten;  ein  weiterer  Grund  des  Fallens  der
Preise  lag  in  dem  Aufhören  der  Ausbreitung  des  Silbergeldes,  und  zwar
infolge  der  Schließung  der  Münzstätten  für  dieses  Metall,  und  schließlich
trat  noch  die  Abnahme  in  der  Entwicklung  des  Bankwesens  und  das  andauernde ­
  Anwachsen  des  Handels  hinzu  x ).
Während  des  andauernden  Fallens  der  Preise  von  1873  bis  1896  nahm
ein  Land  nach  dem  anderen  die  Goldwährung  an.  Wie  bereits  erwähnt,
ging  Deutschland  in  den  Jahren  1871—1873  zur  Goldwährung  über  und
trug  auf  diese  Weise  dazu  bei,  die  Aufrechterhaltung  des  Bimetallismus
durch  die  Lateinische  Union  unmöglich  zu  machen.  Die  Skandinavische
Münzunion  nahm  die  Goldwährung  im  Jahre  1873  an.  Von  diesem  Zeitpunkte ­
  ab  bis  zum  Jahre  1878  hoben  die  Länder  der  Lateinischen  Union
die  freie  Ausprägung  von  Silber  auf  und  gelangten  tatsächlich  auf  eine
Goldbasis.  Für  die  Vereinigten  Staaten  bedeutete  die  Gesetzgebung  von
1873,  daß  unter  eventueller  Wiederaufnahme  der  Barzahlung  (die  im
Jahre  1879  tatsächlich  stattfand)  das  Währungssystem  dieses  Landes
auf  eine  Goldbasis  gestellt  werden  sollte,  wenn  auch  daselbst,  mit  Ausnahme ­
  des  Kleingeldes,  seit  mehreren  Jahrzehnten  kein  bedeutendes

J )  Es  steht  nicht  so,  als  hätte  die  linke  Seite  der  Gleichung  keine  Erhöhung  aufgewiesen, ­
  aber  sie  nahm  nicht  so  rasch  wie  der  Handel  zu;  aus  diesem  Grund  fielen  die
Preise.  Laughlin  glaubt  Mills  Behauptung  über  den  Haufen  zu  werfen,  daß  der  Kredit
auf  gleiche  Weise  wie  das  Geld  die  Preise  beeinflußt  (eine  Zunahme  des  Kredits  erhöht
die  Preise,  wenn  die  anderen  Faktoren  gleichbleiben),  indem  er  sich  auf  die  Tatsache  eines
enormen  Anwachsens  der  Depositenumlaufsmittel  in  dieser  Periode  beruft,  das  die  Preise
weder  erhöht,  noch  ihr  Fallen  verhindert  habe.  Wenn  aber  der  Handel  noch  schneller
zunahm  (und  Laughlin  gibt  selbst  eine  Zunahme  im  Handel  zu,  wenngleich  er  in  Abrede
stellt,  daß  dies  eine  zufriedenstellende  Erklärung  ist),  dann  steht  ein  Fallen  der  Preise
nicht  im  Gegensatz  zu  Mills  Theorie,  sondern  mit  ihr  im  Einklang.  Siehe  Laughlin,
The  Principles  of  Money,  New  York  (Scribner),  1903,  S.  319  und  320.
            
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