Full text: Die Kaufkraft des Geldes

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XIII. Kapitel. 
sam zu machen. Ganz versuchsweise soll nur eine Anregung gegeben sein, 
die für clen Fall, daß durch eine umfassende Kenntnis, bessere Statistiken 
und eine bessere Regierung in späteren Jahren die Zeit der Reife kommt, in 
Erwägung gezogen werden könnte. 
Ein Vorschlag besteht in der Wiederaufnahme des Bimetallismus, der 
bereits im VII. Kapitel erörtert worden ist. Doch hatten wir es dort haupt 
sächlich mit dem „Mechanismus der Doppelwährung“ und nicht mit deren 
Einwirkung auf die Preisniveaus zu tun. Wir wollen nun auf die Aussage 
der Verteidiger einer bimetallistischen Währung eingehen, von denen be 
hauptet wird, daß letztere die Tendenz habe, die Preise stabil zu gestalten 1 ). 
Wenn die Umlaufsmittel von Gold- und Silberwährungsländern miteinander 
verbunden werden, so hat der Bimetallismus, solange er in betriebsfähiger 
Ordnung verbleibt, wie wir gesehen haben, die Wirkung, jede Veränderung 
eines einzelnen Metalles über das vereinigte Gebiet der Gold-, Silber- und 
Doppelwährungsländer auszubreiten. Wenn Schwankungen in beiden 
Metallen gleichzeitig stattfinden, so können sie sich in entgegengesetzter 
Richtung bewegen und sich gegenseitig mehr oder weniger vollständig neu 
tralisieren, während eine kombinierte Wirkung, selbst wenn sich beide Me 
talle in ein und derselben Richtung bewegen sollten, auf die ganze unter 
dem Bimetallismus vereinigte Welt nicht größer wäre, als die Wirkung, 
die auf beide Hälften der unter Silber- bzw. Goldmonometallismus befind 
lichen Welt ausgeübt würde. Selbst wenn der Bimetalüsmus sein Währungs 
gebiet nicht erweiterte, so könnte er doch Geldschwankungen abschwächen. 
Eine Weltgoldwährung würde sich also unbeständiger als der Bimetallis 
mus erweisen 1 2 ). Wenn sich aber das Quantum des einen zur Münzprägung 
verwendeten Metalles schneller oder langsamer als der Handel erhöht, wäh 
rend das Quantum des anderen Metalles ein konstantes Verhältnis zum 
Handel beibehält, dann hat die Benützung beider Metalle eine geringere 
Stabilität zur Folge als die, die sich aus dem weniger veränderlichen der 
beiden Metalle ergibt, wenngleich diese Stabilität etwas größer wäre als 
die, die aus der Verwendung des mehr veränderlichen Metalles resultiert. 
Zwei wertveränderliche, durch den Bimetallismus vereinigte Metalle 
kann man mit zwei betrunkenen, miteinander Arm in Arm gehenden Männern 
vergleichen. Zusammen gehen sie etwas weniger wackelig als jeder für sich, 
doch würde, wenn einer zufällig weit nüchterner wäre als der andere, diesem 
1 ) Siehe Jevons, Invesligations in Currency and Finance, London (Macmillan), 1884, 
S. 331—333. 
2 ) Vgl. F. Y. Edgeworth, „Thoughts on Monetary Reform“, (British) Economic 
Journal, September 1895, S. 449.
	        
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