Störung der Gleichung und der Kaufkraft in Perioden des Übergangs. 55
dessen reduzieren sich die Depositen ((?'). Die Verminderung der Depositenumlaufsmittel
verursacht ein weiteres Fallen der Preise. Diejenigen, welche
Geld geborgt haben, um Warenvorräte zu kaufen, machen nun die Wahrnehmung,
daß sie die Waren nicht hoch genug verkaufen können, selbst
um nur das zuriickzuzahlen, was sie sich geborgt haben. Infolge dieser Langsamkeit,
mit der die Zinsrate auf ein niedrigeres und ein normales Niveau
herabsinkt, gestaltet sich nunmehr die Reihenfolge der Ereignisse der früheren
entgegengesetzt:
1. Die Preise fallen.
2. Der Zinsfuß nimmt ab, aber nicht genug.
3. Die durch geringen Gewinn entmutigten kreditsuchenden Unternehmer
schränken ihre Anleihen ein.
4. Die Depositenumlaufsmittel ((?') vermindern sich im Verhältnis zum
Gelde (G).
5. Das Fallen der Preise dauert fort; d. h. Phänomen Nr. 1 wiederholt
sich. Dann wiederholt sich Nr. 2 und so fort.
Auf diese Weise erzeugt ein Fallen der Preise ein weiteres Sinken derselben.
Offenbar wiederholt sich der Zyklus solange, wie der Zinsfuß zurückbleibt.
Derjenige, welcher hierbei am meisten verliert, ist der Geschäftsmann,
welcher Schulden hat. Er ist der typische Geschäftsmann, und er
klagt nun, daß „das Geschäft schlecht ist“. Eine „geschäftliche Depression“
ist eingetreten.
Während dieser Depression sind die Geschwindigkeiten (U und U')
abnorm niedrig. Die Leute haben es weniger eilig, Geld oder Schecks auszugeben,
wenn die Dollar, die sie repräsentieren, in der Kaufkraft steigen.
Die Q (oder die im Handel befindlichen Quantitäten) verringern sich, 1. weil
die Leute, die die Initiative für den Handel geben — die kreditsuchenden
Unternehmer — entmutigt sind; 2. weil das Beharrungsvermögen der hohen
Preise nur durch eine Abnahme der Ausgaben überwunden werden kann und 3.,
weil der Handel gegen Geld, welchen die Q allein repräsentieren, einigermaßen
dem Tauschhandel Platz macht. Eine Zeitlang ist zur Abwicklung von Geschäften,
welche zu den gerade bestehenden Preisen durchzuführen sind,
nicht genügend Geld vorhanden, denn diese Preise stehen noch immer hoch
und wollen sich nicht sofort der plötzlichen Verminderung anpassen. Wenn
eine solche „Geldhungersnot“ entsteht, so gibt es, um all die Geschäfte zu
effektuieren, keinen anderen Ausweg, als sich bei den Gelddtransaktionen mit
Tauschhandel durchzuhelfen. Während aber die Zuflucht zum Tauschhandel
das erste Fallen der Preise erleichtert, so beginnt die Unannehmlichkeit
des Tauschhandels sofort als eine weitere, auf die Herabsetzung der