Full text : Deutschlands chemische Industrie

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errichtete,  deren  Ausstattung  und  Ausdehnung  mit  den
akademischen  Arbeitsstätten  wetteifern.  In  einzelnen
Werken  sind  Hunderte  von  Chemikern  beschäftigt,  neue
Synthesen  zu  erforschen,  neue  Verfahren  zu  erfinden,
neue  Gebiete  zu  erschliessen  oder  die  Wege  schon  bekannter ­
  Gebiete  gangbar  zu  machen,  durch  stete  Verbesserung ­
  und  Vereinfachung  der  bestehenden  Verfahren.
Dieser  Stab  akademisch  gebildeter  Mitarbeiter  bildet
einen  integrierenden  Bestandteil  der  deutschen  chemischen ­
  und  insbesondere  der  Farbenindustrie,  und  wir
können  daher  aus  der  Zunahme  ihrer  Anzahl  einen
Schluss  ziehen  auf  die  mächtige  Entwicklung  dieser  Industrie, ­
  wenn  wir  beispielsweise  aus  dem  Berichte  über
die  am  4.  Januar  1913  begangene  Halbjahrhundertfeier
der  Farbwerke  vorm.  Meister  Lucius  und  Brüning ­
  zu  Höchst  a.  M.  erfahren,  dass  die  Zahl  der  dort
angestellten  Chemiker  in  den  letzten  25  Jahren  von
57  auf  307  angewachsen  ist.  In  derselben  Zeit  vermehrte ­
  sich  die  Arbeiterzahl  von  1860  auf  7680,  denen
im  Jahre  1912  ein  Lohn  von  8  600  000  Mark  gezahlt
wurde.*)

*)  In  den  Höchster  Farbwerken  kamen  im  Jahre  1912  auf
7680  Arbeiter  1366  Beamte  (374  Aufseher,  307  Chemiker,  74  Techniker ­
  und  611  Kaufleute,  ohne  die  Vertretungen);  somit  kommen
auf  einen  Beamten  5—6  Arbeiter.  Nach  W.  von  Oechelhäuser
(Technische  Arbeit  einst  und  jetzt,  Berlin  1906)  kommen  auf  einen
Beamten  in

Stahl-  und  Hüttenwerken

etwa

30—26  Arbeiter

Spinnereien

ff

18—15

ff

Webereien

12—10

ff

Schiffswerften

>>

16—  8

ff

M  aschinenf  abrik  en

ff

12—  4

ft

Gasgesellschaften

ff

9-  4

ft

Chemischen  Fabriken

ff

7-  6

tt
            
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