Schlußwort.
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in Zukunft immer genauer werden. Aber es ist nicht ihre Aufgabe, der
Wirtschaftspolitik Ideal oder Ziel zu weisen.
Geben wir uns daher nicht der Hoffnung hin, eines Tages die großen
Meinungsströmungen verschwinden zu sehen, die sich heute Liberalismus,
Sozialismus, Solidarismus, Syndikalismus und sogar Anarchismus
nennen. Vielleicht werden sie in der Zukunft andere Namen tragen. Unter
der einen oder der anderen Form jedoch werden sie nebeneinander bestehen
bleiben, weil sie tief wurzelnden menschlichen Seelentrieben oder
dauernden Gruppeninteressen entsprechen, die abwechselnd die Oberhand
gewinnen.
Soll man das bedauern? Nach unserer Ansicht nicht. Die Einheit
des Glaubens erscheint uns ein trügerisches Ideal, und vom rein praktischen
Gesichtspunkte aus stehen wir auf der Seite derer, die gerade im
Interesse der Ziele, die ihnen am Herzen liegen, nicht wünschen können,
eines Tages diese Ziele streitlos und allein das Feld behaupten zu sehen.
Zusammenfassend dürfen wir wohl sagen: Wachsende Einheit und
Mitarbeit auf dem Boden der Wissenschaft dank der Vervollkommnung
der Methoden.
Auf der anderen Seite: Mannigfaltigkeit und sogar Kampf auf dem
Boden des praktischen Lebens zwischen den verschiedenen wirtschaftlichen
Idealen, die weiter untereinander um die Vorherrschaft streiten.
Dies wird zweifellos das Bild der künftigen Ökonomik sein.
So ist denn der Eindruck, der sich aus einer Geschichte der Doktrinen
löst, vielleicht etwas trübe, oder doch zum wenigsten dazu angetan,
uns mit dem Gefühl einer gewissen Demut zu erfüllen. So viele Lehren,
die man für endgültig nachgewiesen hielt, verblassen, und so viele andere,
die man tot glaubte, leben wieder auf. Die aber, die verblassend dahinsterben,
sterben und verschwinden nie ganz, und die, die wieder neues
Leben erfüllt, kehren doch nie als ganz dieselben wieder.
Was nun aber der Wissenschaft und dem Unterricht am dringendsten
not tut, um sich zu entwickeln, ist vollständige Freiheit: Freiheit der
Methode, Freiheit der Theorien, Freiheit aber auch in den Idealen und den
Systemen, — denn gerade sie, die auch den Gefühlen ihren Anteil belassen,
sind oft sehr wertvolle Ansporne zu wissenschaftlicher Forschung.
Nichts ist verderblicher als der Dogmatismus, komme er, woher er wolle.
Leider sind in diesem Punkt keine Schule und kein Land außer dem Bereiche
der Kritik.
Schon Sismondi klagte den triumphierenden Liberalismus an, die
Volkswirtschaft in eine Orthodoxie zu verwandeln. Aber der Liberalismus
ist nicht der einzige, der sich diesen Vorwurf gefallen lassen muß. Vor
wenigen Jahren erklärte der Führer der historischen Schule in Deutschland,
Schmoller, in einer Rede, die er als Rektor der Universität von
Berlin hielt, daß man in Zukunft auf öffentlichen Lehrstühlen „weder