Full text : Die Frau und die Arbeit

rechtlichen  persönlichen  Einflusses  innerhalb  seiner  Gemeinschaft ­
  beraubt  ist,  und  die  Gesellschaft  als  Ganzes
mag  daran  verlieren,  daß  sie  nur  unter  einer  kleineren  Zahl
ihrer  Mitarbeiter  zu  wählen  vermag.  Was  aber  die  Mehrzahl ­
  der  sozialen,  politischen  und  internationalen  Fragen
betrifft,  so  werden  unzweifelhaft  die  Schlüsse,  zu  denen
das  eine  Geschlecht  gelangt,  genau  dieselben  sein,  wie  die,
zu  denen  das  andere  kommt.
Wenn  eine  Körperschaft  etwa  über  die  Aussprache  des
Griechischen  zu  entscheiden  oder  die  Feinheit  von  Wolloder
  Leinengeweben  zu  vergleichen  hat,  wird  das  Geschlecht ­
  der  Personen,  welche  die  Körperschaft  bilden,
wahrscheinlich  keinerlei  Einfluß  auf  das  Resultat  üben;
es  gibt  keinen  vernünftigen  Grund,  anzunehmen,  daß  gleich
gut  unterrichtete  Männer  und  Frauen  in  Fragen  des  griechischen ­
  Akzents  oder  der  Dicke  von  Tuchen  voneinander
abweichen  würden.  Hier  spielt  das  Geschlecht  keine  Rolle.
Die  Erfahrung  und  Kenntnisse  des  Individuums  beweisen,
ihre  geschlechtlichen  Attribute  sind  gleichgültig.
Aber  es  gibt  Fragen,  verhältnismäßig  wenige,  ja  sehr
wenige  an  Zahl,  aber  von  wesentlicher  Bedeutung  für  das
menschliche  Leben,  in  denen  das  Geschlecht  eine  Rolle  spielt.
Es  ist  nicht  gleichgültig,  ob  eine  Körperschaft,  die  über
die  Frage,  ob  der  Handel  mit  Frauenkörpern  für  geschlechtliche ­
  Zwecke  eine  vom  Staat  anerkannte  und  geförderte ­
  Handelsform  bilden  soll  oder  nicht;  ob  das  Recht
der  Frau  an  das  Kind,  das  sie  geboren,  dem  des  Mannes,
der  es  gezeugt  hat,  gleich  sein  soll  oder  nicht;  ob  ein  Akt
der  Untreue  von  seiten  des  Mannes  den  Vertrag,  der  seine
Ehegenossin  an  ihn  bindet,  ebenso  vollständig  lösen  soll,
als  ein  Akt  der  Untreue  von  ihrer  Seite  ihr  Recht  an  ihn
aufhebt  —  es  ist  nicht  gleichgültig,  ob  eine  Körperschaft,
die  über  derartige  Fragen  zu  entscheiden  hat,  aus  Männern ­
  allein,  aus  Frauen  allein  oder  aus  beiden  vereint  besteht. ­
  Je  nachdem,  ob  die  einen  oder  die  andern  oder  beide

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