17 —
einigen kleineren Aufsätzen in Zeitungen (so z. B. »Über
Goldwäsche in Ostsibirien«, »Über das Klima von Russ
land« etc.) abgesehen, 1 ) nur zu verzeichnen: »Die Elemente
des Schönen in der Baukunst«, Petersburg 1836. Über
diese Schrift äußert sich der Autor selbst in seinen Tage
büchern 1840 folgenderweise: »Ich habe ein Büchlein über
die Baukunst ziemlich vor Kurzem geschrieben, das wohl
Wenige angesprochen hat. Es geht wohl zu tief in die
hohe Praxis der Kunst«. 2 ) In dem Büchlein stellt er die
Baukunst mit der Musik zusammen und betont, daß beide
ihre Idee aus dem Innern des Menschen zu schöpfen hätten,
während die Plastik und Malerei ihre Vorbilder in der
Natur vorfänden. 3 ) Seine Liebe für die Baukunst hat Kan-
krin auch praktisch bewiesen, indem er als Finanzminister
der ästhetischen Seite der öffentlichen Bauten, die unter ihm
ausgeführt wurden, sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet hat.
Für Kunst hatte er überhaupt ein reges Interesse. Auf
seinen ausländischen Reisen, die er später zur Erholung
vorgenommen hat, benutzte er mit Vorliebe jede Gelegenheit,
um Kunstwerke zu beschauen, und in seinen Tagebüchern
finden wir sehr häufig Notizen und kritische Bemerkungen
über das Gesehene. Er hatte auch eine besondere Neigung
für die Musik, ja er selbst spielte sogar die Violine.
Neben der Kunst war es die Wissenschaft, für die
Kankrin immer sehr viel Interesse zeigte. Die grosse natur
wissenschaftliche Reise A. v. Humboldts nach Russland
iui J. 1829 hat Kankrin vorgeschlagen und zustande ge
bracht. 4 ) Verschiedene wissenschaftliche Institute sind von
Kankrin planmässig teils ins Leben gerufen, teils gefördert,
fn Berlin gründete er das Ermanns-Journal, um »das Aus-
ünd mit dem bekannter zu machen, was in Russland für
Wissenschaft, besonders für die Naturwissenschaft ge
l ) Keys. 47. — 2 ) Rtgb. I. 59. —
3 ) Keys. 48. — 4 ) Vgl. »Briefwechsel« S. 19—21, 32—3. —