kraft sie in primitiveren Zeiten als Krieger zu unschätzbaren
Mitgliedern der Gemeinschaft gemacht hätte, und die
selbst noch in Zeiten geringerer Zivilisation als der unseren
wertvoll als Arbeitsmaschinen gewesen wären, heute
aber, mangels intellektueller oder manueller Ausbildung,
der Gesellschaft keine wirklich notwendige Leistung zu
bieten haben und daher das große „Heer der Arbeitslosen“
bilden — Menschen, deren einziger Besitz an Fähigkeiten
bei ihren Nebenmenschen so wenig Anwert findet, daß sie
trotz intensivster physischer Anstrengung kaum das Nötigste
verdienen. Die materiellen Lebensbedingungen haben
sich rapid verändert, aber der Mensch nicht mit ihnen.
Maschinen haben größtenteils sein Arbeitsfeld eingenommen;
er aber hat kein neues dafür gefunden.
Von diesen Männern, die, vom allgemein menschlichen
Standpunkt betrachtet, oft zu den liebenswürdigsten und
interessantesten Typen gehören, und die in primitiveren
Zeiten, wo physische Kraft als Hauptfaktor galt, vielleicht
die Führer, Helden und Häuptlinge ihres Volkes gewesen
wären, von diesen geht in der modernen Welt der bittere
Schrei der Arbeitslosen aus: „Gebt uns Arbeit, wir sterben.*
Und doch ist es nur ein Teil, und zwar ein verhältnismäßig
kleiner Teil der Männer der modernen, zivilisierten
Welt, auf die der Umschwung der materiellen Lebensbedingungen
so gewirkt hat, daß er sie um alle nützliche
Beschäftigung gebracht und sie gänzlich oder teilweise unnütz
für die Gesellschaft gemacht hat. Wenn die Arbeitsgelegenheit
des modernen Mannes auf der einen Seite, der
physischen, abgenommen hat, so hat sie auf der anderen,
* Das Problem der Arbeitslosigkeit des Mannes ist natürlich lange nicht
so neu, wie das der Arbeitslosigkeit der Frau. In England ist es schon
im 15. Jahrhundert, als die wirtschaftlichen Veränderungen anfingen, den
Landarbeiter von seinem Boden zu trennen und ihn seiner alten Arbeitsarten
zu berauben, fast in seiner heutigen Form aufgetaucht. Und doch
muß man das Problem in seiner schärfsten Form ein modernes nennen.