Nach dem Weltkriege haben sich insonderheit die Routen ent-
wickelt, deren Ursprung im nordamerikanischen Hafengebiet liegt.
Auf der Ostseite haben die Routen größeren Umfang gewonnen,
ganz gleich, ob sie sich nach Südamerika, Europa, dem Mittellän-
dischen Meer oder Afrika wenden. Von letzteren splittert sich eine
wichtigere ab und läuft direkt nach dem Kap der Guten Hoffnung
und weiter nach dem Indischen Ozean. Ferner haben die Aus-
strahlungen nach der Ostküste Südamerikas gewonnen. Vor der
Eröffnung des Panamakanals spielte die Route eine große Rolle,
die um Kap Hoorn herum die Ostküste der Vereinigten Staaten
mit deren Westküste verband. Dieser einzige Seeweg, der für diese
Verbindung zur Verfügung stand, war die Verkehrsstraße der
„Großen Küstenfahrt‘‘. Sie bildete einen Teil der „pazifisch-atlan-
tischen‘ oder der „ostpazifischen Route‘‘. Der Panamakanal hat sie
gebrochen und eine „Nordpanama‘‘- und „Südpanamaroute‘‘ ent-
wickeln lassen mit einem von Jahr zu Jahr sich steigernden Trans-
portumfang.
Von der Westküste Nordamerikas laufen wohl noch dünne Routen
nach dem asiatischen und australischen Osten sowie nach verschie-
denen Inselgruppen (Hawaii-, Gesellschafts-, Samoainseln, Phi-
lippinen). Nach dem Kriege haben sie sich mehr oder minder ge-
kräftigt. Vor allem hat der gegenseitige Verkehr von
Usamerika (Vereinigte Staaten von Nordamerika) mit Japan und
China gewonnen. In Zukunft wird sich zweifelsohne noch mehr die
„nördliche transpazifische Route‘ als die „südliche transpazifische
Route‘‘ entwickeln. Es entsteht im nördlichen Pazifischen Ozean
gewissermaßen ein Gegenbild zum nördlichen Atlantischen Ozean,
was aber in seiner Wucht und Stärke nimmermehr das Urbild er-
reichen wird; es sei denn in ganz späten Zeiten, wenn lediglich
ein einziges Riesenindustriegebiet auf Erden, und zwar das in China
übrig bleiben sollte. Doch damit haben die nächsten Jahrhunderte
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