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Leistung voll und ganz befriedige, zu einer veralteten und
vollständigen Unwahrheit geworden.*
Wenn wir die Dinge rund um uns her mit der größten
Unparteilichkeit betrachten, so finden wir, daß das ganze
Gebiet ehemaliger und traditioneller Frauenarbeit um
volle drei Viertel seines Umfanges für immer
zusammengeschrumpft ist, und daß das rest
liche Viertel dahin neigt, sich noch mehr ein
zuengen.
Diese große, so oft völlig übersehene Tatsache ist es,
die als treibende Kraft der mächtigen, rastlosen „Frauen
bewegung“, die unsere Zeit kennzeichnet, zugrunde liegt.
Diese Tatsache ist es, die, ob nun klar und verstandes
mäßig erfaßt, oder, wie es viel öfter der Fall, nur unklar
und schmerzlich gefühlt, in den Herzen der tüchtig
sten Frauen des modernen Europa den leidenschaftlichen,
manchmal unlogisch scheinenden Ruf nach neuen Arbeits
formen und neuen Tätigkeitsgebieten auslöst.
* Im Hinblick auf die modernen Staaten finden wir, daß jene, deren
Geburtsraten am höchsten, keineswegs die glücklichsten, aufgeklärtesten
oder mächtigsten sind; ja es zeigt sich, daß selbst die Bevöl
kerungszahl nicht immer im Verhältnis zu den Geburten
wächst. Frankreich, das in vielen Beziehungen in der Zivilisation vor
angeht, hat eine der niedrigsten Durchschnitts-Geburtsraten in Europa,
und bei der freien und aufgeklärten Völkerschaft der Schweiz und Skan
dinaviens ist die Geburtenziffer auffallend niedrig, während Irland, eines
der unglücklichsten und schwächsten Länder Europas, lange Zeit eine
der höchsten Geburtsraten hatte, ohne daß die Bevölkerung oder
ihre Macht im Verhältnis zugenommen hätte. In bezug auf
die verschiedenen Klassen derselben Gesellschaft, sind die Erschei
nungen dieselben. Die Geburtenziffer ist im Verhältnis zur Zahl der
Frauen unter den niedrigsten und ungebildetsten Volksklassen in den
Armenvierteln unserer Großstädte weit höher, als bei den Frauen der
oberen gebildeten Stände, hauptsächlich, weil das Heiratsalter mit der
wachsenden Kultur und Bildung der Individuen zu steigen pflegt, aber
auch durch die Regulierung der Geburten in der Ehe. Dennoch ist
die Zahl der herangewachsenen Kinder in den gebildeten Ständen wahr
scheinlich nicht geringer, vielleicht sogar höher als in den unteren
Klassen, infolge der hohen Kindersterblichkeit dort, wo die Geburten
zahl übergroß ist.