Full text: Die Frau und die Arbeit

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III. PARASITISMUS 
(Fortsetzung) 
W ir haben gesehen, daß in der Vergangenheit etwas 
derartiges, wie der Parasitismus aller oder auch nur 
der großen Mehrheit der Frauen irgendeines Erdstrichs 
unmöglich war. Neben jener Gruppe von Frauen der herr 
schenden Klasse oder Rasse, die weder geistig noch kör 
perlich arbeitete, gab es notwendigerweise immer eine weit 
größere Masse von Frauen, die nicht nur die vor Einfüh 
rung maschineller Produktionsmethoden für die Gesell 
schaft so bedeutungsvolle physische Arbeit verrichteten, 
sondern auch gezwungen waren, um so intensiver zu ar 
beiten, als sie mit ihrer physischen Arbeit eine über ihnen 
stehende müßige Klasse zu erhalten hatten. Je mehr das 
weibliche Parasitentum früherer Zeit in einer Rasse oder 
Klasse gedieh, um so sicherer waren alle Frauen der an 
dern Klassen oder Rassen gezwungen, nur zu übermäßig 
zu arbeiten, und endlich waren diese Frauen und ihre 
Nachkommenschaft dazu bestimmt, die entnervte Klasse 
oder Rasse zu ersetzen. In Ermanglung von Maschinen 
und der ausgedehnten Anwendung der Naturkräfte konnte 
das Schmarotzertum nur einen verhältnismäßig kleinen 
Teil einer Gemeinschaft bedrohen und nur einen minimen 
Teil der gesamten menschlichen Gesellschaft. Der weib 
liche Parasitismus der Vergangenheit glich der Gicht, einer 
Krankheit, die nur den zu Wohlgenährten, Überfütterten, 
den Wenigen gefährlich wird, niemals einer Bevölkerung 
als Ganzes. 
Heutzutage hat der Ersatz der rohen physischen Men 
schenkraft durch Maschinenkräfte solch enorme Fort 
schritte gemacht (dienen doch heute selbst maschinell her 
gestellte Saugflaschen und künstliche Nährmittel als Er 
satz der Muttermilch!), daß es nun nicht mehr bloß für 
einen kleinen wohlhabenden Tei 1 der Frauen jeder zivili-
	        
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