Full text : Inflation und Geldentwertung

108  Finanzielle  Maßnahmen  zum  Abbau  der  Preise.

pari  eine  Änderung  des  Miinzparis  folgen  zu  lassen,  die  Goldmark
der  Papiermark  anzupassen.
Abwarten,  bis  sich  die  Gleichgewichtslage  durchgesetzt  hat:
heißt  natürlich  nicht,  daß  nun  jede  Beeinflussung  der  Preise  und
der  Wechselkurse  zu  unterbleiben  habe.  Die  mittelbare  und
ausschlaggebende  Beeinflussung  muß  sogar  mit  größtem  Ernst
und  größtem  Nachdruck  betrieben  werden,  die  Beeinflussung,  die
zugleich  dem  Werden  eines  Gleichgewichtszustandes  dient:  die
Wiederingangsetzung  der  deutschen  Volkswirtschaft  und  Steigerung
der  produktiven  Arbeit  des  deutschen  Volkes  mit  allen  Mitteln,
die  zur  Verfügung  stehen.  Daneben  wird  es  Aufgabe  der  Reichsbank ­
  oder  des  Reichsfinanzministeriums  sein,  dafür  zu  sorgen,
daß  bei  diesem  Hinstreben  zu  der  Gleichgewichtslage  nach  Möglichkeit ­
  die  das  Wirtschaftsleben  störenden  großen  Schwankungen
der  Wechselkurse  verhindert  werden.
VI.  Zusammenfassung  der  Ergebnisse.
Der  Abbau  der  Preise  ist  bis  zu  einem  gewissen  Grade
notwendig  und  wünschenswert.  Mindestens  die  übertrieben  hohen
Spitzen  der  Preisentwicklung  müssen  wieder  beseitigt  werden.
Darüber  hinaus  wird  eine  Stetigkeit  der  Preise  sowohl  für  das
Wirtschaftsleben  als  auch  für  die  Staatsfinanzen  vorteilhafter  sein,
als  ein  zu  irgendeinem  Zeitpunkt  zu  erreichender  Niedrigststand
der  Preise.  Das  gleiche  gilt  für  die  Gestaltung  der  ausländischen
Wechselkurse,  der  deutschen  Valuta  im  Ausland.  Bei  dieser
„Wiederherstellung“  der  Valuta  kommt  noch  hinzu,  daß  vorher
eine  gewisse  Gleichgewichtslage  in  den  wirtschaftlichen  Beziehungen
der  maßgebenden  Länder  untereinander  eingetreten  sein  muß.
Der  wünschenswerte  Teilabbau  der  Preise  kann  unter  den
obwaltenden  Verhältnissen  —  der  neuen  deutschen  Friedenswirtschaft— ­
  nur  von  der  Warensei  te  her  erfolgen.  Es  ist  erforderlich, ­
  die  Menge  der  umsatzfähigen  Güter  zu  vermehren,  sei  es
durch  Steigerung  der  inländischen  Erzeugung  oder  durch  erhöhte
Einfuhren  aus  dem  Ausland.  Erst  eine  größere  Menge  ermöglicht
die  notwendige  reichlichere  Verteilung  von  Gütern  auf  die  Einzelwirtschaften, ­
  und  diese  reichlichere  Verteilung  kann  allein  eine
nachhaltige  Bresche  in  die  Mauer  der  hohen  Preise  schlagen.  Eine
solche  Entwicklung  kann  dadurch  eingeleitet  oder  verstärkt
            
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