Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Deutsche  Continental  Gas-Gesellschaft. 1 )
(Sitz  der  Hauptverwaltung:  Dessau.)
Der  Anfang  sozialer  Fürsorge  für  das  ihr  unterstellte  Beamten-  und  Arbeiterpersonal
reicht  bei  unserer  Gesellschaft  bis  in  das  Jahr  1874,  also  38  Jahre  zurück.  Wir  sind  demnach ­
  schon  7  Jahre  früher  als  die  große  staatliche  soziale  Gesetzgebung,  die  bekanntlich
mit  dem  denkwürdigen  Erlaß  Kaiser  Wilhelms  I.  am  17.  November  1881  eingeleitet  wurde,
an  die  Erfüllung  sozialer  Bedürfnisse  herangetreten.
FÜRSORGE  FÜR  ALTER  UND  INVALIDITÄT  VON  MEISTERN  UND  ARBEITERN.
Die  erste  derartige  Schöpfung  unserer  Gesellschaft  betraf  eine  umfassende  Organisation
der  Fürsorge  für  Alter  und  Invalidität  von  Meistern  und  Arbeitern  sowie  für  ihre  beim  Tode
hinterlassenen  Witwen  und  Waisen.  Die  der  Gesellschaft  aus  dieser  Einrichtung  erwachsenen ­
  Kosten  beliefen  sich  für  das  Jahr  1912  auf  eine  Summe  von  rund  125  000  M.,  die  sich
auf  174  Meister-  bzw.  Arbeiterpensionäre  und  156  Witwen  verteilen.  Vom  Jahre  1874
bis  1912  wurden  von  der  Gesellschaft  insgesamt  rund  1  360  000  M.  zu  dem  gedachten  Zwecke
ausgegeben.  Um  in  dieser  Fürsorge,  welche  in  den  erforderlichen  Mitteln  schwankt,  ganz
frei  und  unabhängig  zu  sein,  wurden  dieselben  ohne  Gründung  eines  bestimmten  Fonds
durch  das  General-Unterstützungs-Konto  der  Hauptkasse  getragen.
BEAMTEN-PENSIONSKASSE.  Um  die  Zukunft  der  Beamten  mit  bestimmten  Pensionsrechten ­
  sicherzustellen,  wurde  im  Jahre  1880  unsere  Beamten-Pensionskasse  mit  einem  von
der  Gesellschaft  bei  ihrem  25  jährigen  Jubiläum  gestifteten  Kapital  von  50000  M.  begründet
und  in  den  Jahren  1896,  1899,  1901  und  1912  durch  weitere  Zuwendungen  im  Gesamtbeträge
von  400  000  M.  unterstützt,  so  daß  ihr  bis  jetzt  außer  den  laufenden  Beiträgen  450  000  M.
seitens  der  Gesellschaft  zugeflossen  sind.  Die  laufenden  Beiträge  der  Gesellschaft  betragen
7  %  von  dem  pensionsberechtigten  Einkommen  der  Kassenmitglieder  und  erreichten  seit  dem
Bestehen  der  Kasse  ca.  1  058  000  M.,  so  daß  die  Gesamtleistungen  der  Gesellschaft  für  diese
Kasse  einschließlich  der  vorgedachten  Kapitalzuwendungen  bis  jetzt  ca.  1508  000  M.  betragen.
Das  Kassenvermögen  bezifferte  sich  Ende  vorigen  Jahres  auf  1890  000  M.  bei  308  Mitgliedern.
Wiederholte  versicherungstechnische  Prüfungen  haben  die  Solvenz  der  Kasse  dargetan,  die
für  unsere  ganze  Beamtenschaft  eine  wertvolle  Zukunftssicherheit  darstellt.
Im  Jahre  1902  wurde  das  Statut  der  Pensionskasse  reorganisiert  und  im  J  ahre  1904  die  Absonderung ­
  des  Kassenvermögens  vom  Vermögen  der  Gesellschaft,  infolge  des  Gesetzes  über  die
privaten  Versicherungsunternehmungen,  durch  Beschluß  der  Generalversammlung,  von  1904
genehmigt.  Von  Anfang  des  Jahres  1905  ab  bildet  die  Kasse  unter  der  Aufsicht  des  Kaiserlichen
Aufsichtsamtes  für  Privatversicherung  in  Charlottenburg  einen  „kleineren  Versicherungsverein ­
  auf  Gegenseitigkeit“,  mit  einer  Verwaltung  durch  Beamte  der  Gesellschaft,  wobei  jedoch
dem  Gesellschaftvorstande  genügende  Leitungs-  und  Kontrollbefugnisse  Vorbehalten  wurden.
Auch  nach  dem  Inkrafttreten  des  neuen,,  Versicherungsgesetzes  für  Angestellte“  haben  wir
die  Absicht,  die  Pensionskasse  neben  der  Reichsversicherung  organisch  weiter  bestehen  zu  lassen.
LEBENSVERSICHERUNGEN.  Neben  dieser  Pensionskasse  wurde  für  die  Beamten
im  Jahre  1892  eine  Erleichterung  zum  Abschluß  von  Lebensversicherungen  geschaffen,
und  zwar  durch  Vereinbarung  eines  Sondervertrages  mit  einer  der  größten  Lebensversicherungsgesellschaften. ­
  Danach  genießen  unsere  Beamten,  soweit  sie  zu  einer  Versicherung
geneigt  und  aufnahmefähig  sind,  eine  einmalige  Abschluß-  und  eine  laufende  jährliche
Inkassoprovision  Außerdem  zahlt  die  Gesellschaft  die  Jahresprämien  im  voraus,  zieht  sie
in  monatlichen  Raten  von  den  Beamten  wieder  ein  und  übernimmt  in  Todesfällen  die  Abrechnung ­
  zwischen  der  Versicherungsgesellschaft  und  den  Hinterbliebenen.  Gegenwärtig
sind  47  Beamte  mit  einem  Gesamtkapital  von  274  000  M.  versichert.
SPAREINRICHTUNG.  Gemeinsam  für  Beamte  und  Arbeiter  ist  die  im  Jahre  1896
getroffene  Spareinrichtung,  nach  welcher  die  Gesellschaft  unter  besonderen  Bedingungen

i)  Die  Gesellschaft  besteht  zurzeit  aus  17  Verwaltungen  und  versorgt  86  Orte  mit  Gas  bzw.  mit  Elektrizität.
            
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