Full text : Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

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Hilfe  gerichtete  Auge  öffnen,  das  andere  aber,  das  die  Fortdauer
der  Kommerzien  zur  See  mißfällig  bemerken  konnte,  gnädigst  zudrücken. ­
  Und  sind  wir  berechtigt,  diese  Stellungnahme  unlogisch
zu  nennen,  wo  doch  von  einer  kaiserlichen  Seemacht  zum  Schutze
der  hansestädtischen  Lebensadern  niemals  etwas  zu  merken  gewesen?
Aber  weder  auf  kaiserlicher  noch  auf  französischer  Seite  hatte  man
diesnial  mit  solchen  Argumenten  Glück.  Das  bewaffnete  Einschreiten ­
  gegen  das  revolutionäre  Frankreich,  das  Frankreich  der
Jakobiner  und  Königsmörder,  war  eben  etwas  anderes  als  die
Kabinettskriege  gegen  die  Monarchie  des  Roi  Soleil.  Der  Kaiser
wollte  zwar  auf  dem  öffentlichen  Anschlag  der  Handelsverbote
nicht  unbedingt  bestehen,  gab  sich  aber  „der  gänzlichen  Zuversicht
hin,  daß  der  Inhalt  der  Inhibitorien  mit  strengster  Gewissenhaftigkeit ­
  befolgt  werde".  Die  Haltung  Frankreichs  wurde  durch
widerstreitende  Erwägungen  verschiedener  Art  bestimmt  und  erhielt
dadurch  einen  etwas  verschleierten,  zweideutigen  Charakter.  Einerseits ­
  war  das  Nationalgefühl  der  Republikaner  durch  die  Ausweisung ­
  des  französischen  Gesandten  ernt  niedersächsischen  Kreise,  Lehoc
(1793),  und  die  Nichtanerkennung  des  1795  als  dessen  Nachfolger
nach  Hamburg  entsandten  Reinhard  beleidigt;  auch  beklagte  man
sich  über  die  Aufnahme  zahlloser  Emigranten,  die  Hamburg  zu
einem  Herd  der  Verschwörungen  gegen  die  Republik  machten.
Vor  allzu  scharfem  Vorgehen  aber  hielt  doch  wieder  die  Einsicht
in  den  großen  kommerziellen  Nutzen  ab,  den  der  neutrale  Handel
der  Städte  der  Republik  gewährte.  Dazu  kam  aber  noch  ein
weiteres.  Die  große  Bedeutung  der  Elb-  und  Wesermündung  als
Eingangspforte  des  englischen  Handels  in  das  Innere  des  Kontinents ­
  blieb  den  französischen  Machthabern  keineswegs  verborgen.
Der  Gedanke  der  Kontinentalsperre  lag  seit  den  Tagen  des  Direktoriums ­
  in  der  Luft.  Reinhard,  der  übrigens  eifrig  für  die  Unabhängigkeit ­
  der  kleinen  Handelsrepubliken  eintrat,  sprach  1797
geradezu  die  Hoffnung  aus,  daß  sich  die  Völker  des  Kontinents
nach  Herstellung  des  allgemeinen  Friedens  vereinigen  würden,  um
Großbritannien  mit  bewaffneter  Hand  ein  Seerecht  nach  ihrem
Willen  aufzuzwingen  und  seinen  Schiffen  den  Zugang  zu  den  Häfen
des  Kontinents  zu  sperren.  Wenn  die  Staatsmänner  an  der
Seine  schon  damals  au  eine  Okkupation  der  deutschen  Strommündungen ­
  dachten,  so  verstanden  sie  es  doch  geschickt,  einen  etwaigen
            
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