Full text: Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre

40 Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre. 
Zechinen besteht, die an ihren Gürtel oder ihr Kleid an 
genäht sind. 
Aber wir sind über diese Zeit hinaus. Wenn bei uns das 
Gold nur zur Herstellung von Halsschmuck, Ringen, Arm 
bändern, Uhrgehäusen dienen müßte und das Silber zur Her 
stellung von Tischgerät und Bestecken, so würde das nicht ge 
nügen, um den Wert jenes gewaltigen Gebäudes von etwa 
Hundert Milliarden zu stützen, das heute den Geldvorrat der 
Kulturvölker darstellt. Es muß für diesen Wert noch eine 
andere Stütze. vorhanden sein. Welche ist das nun? Die 
einzige Erklärung, die man in den meisten volkswirtschaftlichen 
Schriften findet, ist, daß das Geld auch eine Ware ist, und als 
wahren Wert den Handelswert des Barrens hat, aus dem es 
besteht: warum ist das 20-Franken-Goldstück zwanzig Franken 
wert?, man antwortet: weil man es nur zu einem Goldschmied 
zu bringen braucht, und es bringt einem 20 Franken ein. 
Und man kann es sogar einschmelzen lassen oder die Inschrift 
mit Hammerschlägen vernichten, deswegen wird es nicht einen 
Sou an Wert verlieren — was beweist, daß dieser Wert unab 
hängig von seinem Geldwert ist. Das Siegel des Staates 
und die darauf eingravierte Schrift sind wie das Ekikett auf 
der Ware: Es gibt den Wert an, aber schafft ihn nicht. 
Wie soll man sich aber nun Mr Wert der Banknote er 
klären? Er beruht nicht in dem inneren Wert des Papiers, 
wenn es auch sehr schönes, teueres Papier sein mag. Es kommt 
daher, antwortet man, weil dieses Papier nur das Zeichen für 
eine Gold- oder Silbersumme darstellt, die der auf ihm--an 
gegebenen gleich ist, und gegen die man je nach Wunsch des 
Besitzers es umtauschen kann. In normalen Zeiten, richtig! 
Aber die Banknoten sind nicht mehr einlösbar. Die Bangue 
de France wäre in gehöriger Verlegenheit, wenn sie die 
38 Milliarden im Umlauf befindlichen Noten einlösen müßte; 
denn sie hat in ihrer Kasse nur ungefähr sechs Milliarden Gold 
oder Silber. Was den Staat anlangt, den gewisse Leute ganz 
zu unrecht zur Einlösung der Banknoten verpflichtet glauben, 
so würde er ebenfalls außerstande sein, da er bis jetzt der Bank 
die 27 Milliarden nicht hat zurückzahlen können, die er von 
ihr entliehen hat. Man darf also nicht sagen, daß die Bank 
note gegen Gold eintauschbar ist, also auch nicht, daß man 
dadurch ihren Wert erklären kann. Und selbst in normalen 
Zeiten ist die Erklärung unzureichend; denn wenn wir eine 
Banknote erhalten, denken wir schwerlich daran, auf die 
Bangue de France zu gehn, um die Note gegen Gold oder
	        
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